Sonntag, 1. Mai 2016

Küchen Update

Einen frohen Tag der Arbeit in die Runde!

Sonntag und Feiertag zugleich ruft förmlich danach, daheim zu bleiben und in den eigenen 4 Wänden Dinge anzugehen, die schon lange drücken.
Im Laufe dieser - inzwischen ziemlich fortgeschrittenen - Schwangerschaft ist manches liegen geblieben, auch weil wir überlegt haben: zurück in die alte Heimat? Wohneigentum erwerben?
Nun haben wir einen Kurs gesetzt und bleiben hier. Gleiche Stadt, gleiche Wohnung. Und das für mindestens 2 Jahre.
Daher: keine Ausreden mehr, Störfaktoren zu ignorieren.
Unsere Wohnung ist gut geschnitten und reicht für 4 Leute allemal aus.
Nur richtig gut genutzt ist noch nicht jeder Winkel und so kam es in den letzten Monaten immer wieder zu Stauraumengpässen. Und neben bloßem Mangel an Funktionalität war mir ästhetisch zuletzt vor allem die Küche ein Dorn im Auge. Ich träume sehr bildreich und detailliert von einer tollen Einbauküche. Allerdings sprengen meine Vorstellungen gerade unser Budget und in einer Mietwohnung eine Traumküche zu realisieren muss ja nun vielleicht auch nicht sein.
Zumindest aber konnte es nicht bei diesem wilden Gewürfele bleiben...

Ein großer Störfaktor war für mich immer unser Küchenschrank. Ich habe viel Arbeit in ihn gesteckt und J. und ich haben ihn uns gemeinsam ausgesucht, doch irgendwie wollte er nicht in die Küche passen. Er war zu laut und zog alle Aufmerksamkeit auf sich, selbst nachdem ich ihn farblich dem Weiß der Küche angeglichen hatte. Kurzum: er musste weg.

Und da wir für Iko und Baby #2 eine großartige antike Weichholzkommode als Wickeltisch gefunden hatten (, die ich in hundert Jahren vielleicht auch noch mal zeige...), war die Kommode der liebsten Freundin frei, die ich schon immer immer immer in der Küche haben wollte. Darüber, das stand sofort fest, mussten weiße Hängeregale.

Jaaa... ich war selber überrascht, dass ich Hängeregale wollte, bin ich doch sonst ein großer Fan von Schränken mit undurchsichtigen Türen, weil man dahinter so wunderbar alles Unschöne verstecken kann. Hängeregal machen das Verstecken ja nun eher schwer...
Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb wollte ich sie.
Mit Geschirr drauf.
Quasi als kleinen Appell an mich, öfter mal herzuzeigen, was ich habe, anstatt alles hinter geschlossenen Türen zu horten.
Und da Projekte bei mir grundsätzlich über's Knie gebrochen und vorher nie perfekt durchdacht werden, fuhren wir gestern schnell in den Baumarkt und waren wenig später ebenso stolze wie über den geringen Preis begeisterte Besitzer eines bereits zugesägten weißen Furnierbrettes (für 2 Regalbretter) und 4 passender Konsolen (ich dachte ja, die Dinger heißen einfach auch Winkel. Aber nein: für ein Regal nennt sich sowas Konsole. Wieder was gelernt!).

Anbringung war easy-peasy, die Männer ergriffen freiwillig die Flucht, als es ans Einräumen ging (J. wörtlich: "Oh Gott, dekorieren. Komm Iko, wir gehen Ballspielen!") und so genoss ich nach vielleicht 3 Stunden diesen Anblick:


Große Liebe.
Perfekt? Natürlich noch lange nicht. Aber sooo viel besser als zuvor.


Im Zuge meiner immer mal wieder aufflackernden Minimalismus-Sympathie ist das ausgestellte Geschirr tatsächlich fast unser Gesamtbesitz (wenige Farbexplosionen und Iko's Muster- und Tierreiche Kinderteller und -becher mal ausgenommen. Die verstecken sich in der Kommode).


Der (Rosen?)-Quarz-Kerzensständer lief mir im Fairkauf über den Weg, den ich wegen seiner unglaublichen Preise fast noch lieber mag, als Flohmärkte. Das weiße Schälchen vor dem großen Bonbonglas hat noch ein Geschwister und stammt von Contigo, einer Fairtrade-Kette, die nun endlich auch bei uns Einzug gehalten hat. Die Hornschale unten rechts neben den Bechern ist ein Fund der letzten Handmademesse und begeistert mich immer wieder (sooo eine große Schale aus einem einzigen Horn!? Das ist möglich, weil das Horn aufgeschnitten und erhitzt wird. Die so entstehende Platte kann dann in eine beliebige Form gebracht werden).



Die Holzschale links stammt ebenfalls vom Contigo, mein geliebtes Messingtablett brachten mir meine Großeltern in der Kindheit aus Marokko mit und der Blumentopf stammt von der Schwiegermutter aus diesem Frühling. Er war knallgrün und beherbergte Narzissen und passt sich jetzt ergraut und wie Beton ausschauend wunderbar ins Farbschema ein.



Die Muschel ist ein weiterer Fairkauf-Fund und die handbemalte Schale stammt aus dem Afghan-Warehouse. Ich sagte es schon mehrfach: gefährlicher Laden für jeden, dessen Herz ein bisschen Hippie schlägt...


Unerwartet zufrieden bin ich auch mit meinem ersten Versuch, unansehnliche Pressholzschnittstellen zu kaschieren. Dafür gibt es im Baumarkt Bänder, die direkt auf die betroffene Stelle gebügelt werden. Zugeschnitten, angelegt, drübergebügelt. Ein bisschen festdrücken (z.B. mit einem kleinen Holzstück darüber fahren) und das überstehende Band mit einem Cutter abschneiden. Die Kanten glattschmirgeln - fertig.


Großer Handlungsbedarf besteht noch bei der Kommode.
Der Plan: sobald der Mutterschutz beginnt schleife ich die Türen und Schubladenfronten ab und belasse sie entweder in Natur oder streiche sie Weiß. Die Griffe werden ersetzt durch Ledergriffe.
Und das wilde Durcheinander aus unterschiedlichen Aufbewahrungsgläsern und Gewürzgläsern muss vereinheitlicht werden.


Für den Moment bin ich aber extrem zufrieden mit dem Erreichten.
Welche Projekte gehst du gerade an?

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