Mittwoch, 6. Mai 2015

Iko - was ist das eigentlich für ein Name!?

Ich weiß ja nicht, wie es euch damit geht, eure Kinder namentlich vorzustellen.
Bei uns läuft das etwas holprig, denn die Reaktionen sind eher bedeckt.

Iko ist natürlich unbequem.
Geht nicht so lockerflockig über die Lippen wie Sophie oder Alexander.
Oder, wie zur Zeit so hoch im Kurs: Charlotte oder Helene.
"Was ist das denn für ein Name", kommt daher die Nachfrage.
"Nordisch, oder?"
Manche glauben auch, sie hätten sich verhört: "Wie? Nico?"
Ich dann also: "Nein, Iko."
"Wie wird das denn geschrieben? Etwa I-K-O?" Ich: "Ja, genau."
"Wo kommt der denn her?"
Ich: "das ist ein kroatischer Name."
"Ach, kommen Sie von dort?"
Das muss ich immer verneinen und dann wechselt mein gegenüber meistens das Thema.
Mit diesen Stolpersteinen hatte ich in der Schwangerschaft nicht gerechnet.
Ich war vor allem froh, einen Namen gefunden zu haben, den mein Kind zu mögen schien.
"Hä, wie jetzt? Mögen? Er war doch noch gar nicht auf der Welt!"

Tja, und doch hat er's mir verraten.
Und das kam so:

Ich LIEBE Vornamen. Mit 12 hatte ich diverse Namensbücher und konnte ganze Nachmittage darin versinken. Ich suchte Namen für meine 4 zukünftigen Kinder, zu denen es zwar noch keinen Vater gab, aber man will ja vorbereitet sein.
Der Klang war mir wichtig. Die Herkunft nicht so sehr. Aber die Bedeutung. Die war wichtig!
Ich finde es immer ein bisschen komisch, einem Morten zu begegnen. "Der Tod". Sehr angenehm!
Einer blonden Melanie ("Die Schwarzhaarige"), einem Linus ("Der Beklagenswerte") oder einem ungläubigen Christoph ("Der Christus Tragende").

Ich habe Verständnis dafür, dass nicht jedem die Bedeutung eines Namens wichtig ist und es stimmt: Noch wichtiger, als die Bedeutung ist natürlich, dass einem der Name gefällt und man sich vorstellen kann, das eigene Kind für den Rest seines Lebens so anzusprechen.

Doch zurück zu Iko.
J. und ich hatten uns schon früh darauf geeinigt, dass es nordische Namen sein sollten, da diese gut zu unserem Nachnamen passen.
Schnell waren wir entschieden. Sollten wir einen Jungen bekommen, würde er Thorge heißen.
"Der Donnerspeer". Ein starker Name. Eine Zeit lang waren wir glücklich schwanger.
Das Geschlecht blieb uns ja lange unbekannt und wir dachten nicht mehr über Namen nach.

Und dann bekam ich Alpträume.
Wer meinen vorletzten Post gelesen hat weiß natürlich, dass ich diese Betrachtung nicht hinnehmen konnte.
Zwei Mal träumte ich von einem Jungen.
Zuerst hatten wir die Geburt hinter uns und ich hielt erstmals meinen Sohn im Arm.
Er war wunderschön. Doch ich konnte ihn nicht Thorge nennen.
Er war kein Thorge.
Es war schrecklich.
Da lag mein Kind in meinen Armen und ich hatte keinen Namen, bei dem ich es nennen konnte.

Im zweiten Traum war mein Sohn deutlich älter und wurde von meinem Vater ins Bett gebracht, der ihn mit Namen ansprach, um ihm eine gute Nacht zu wünschen. Mein Sohn setzte sich kerzengerade im Bett auf, sah meinen Vater sehr ernst an und sagte: "Du weißt, dass das nicht mein Name ist. Hör auf, mich so zu nennen. Ich heiße ...".
LEIDER leider wollte mir der Traum den Namen nicht verraten.
Ich wachte schweißgebadet auf und setzte mich am selben Tag an meine Namensbücher.

Nichts passte.
Und dann, kurz bevor ich es für den Tag sein lassen wollte und geneigt war, alles als kleine Panik beiseite zu schieben, sagte eine Stimme in meinem Kopf: "Iko!"

Mein Körper entspannte sich.
In meinen Büchern konnte ich den Namen nicht finden.
Im Internet stieß ich auf die Bedeutung: "lebendig, lebhaft, regsam".
Das war SO VIEL stimmiger als "Donnerspeer".

Ich sprach mit J. über den Namen. Er war sofort einverstanden und meinte, der hätte sogar mal auf der Namensliste gestanden, ich hätte ihn aber gestrichen!
Wir beschlossen, beide Namen "warm" zu halten.
Ich hatte keinen einzigen Alptraum mehr.
Zum Ende der Schwangerschaft, als wir wussten, dass wir einen Sohn bekommen würden, sprachen wir unseren Bauchbewohner nur noch mit Iko an.
Und als ich ihn zum ersten Mal ansah, wusste ich:
ER IST MEIN IKO




Den Namen kannte ich übrigens, weil ich einen Seminarteilnehmer dieses Namens hatte.
Und da schließt sich der Kreis zu meiner Verwunderung über die Reaktionen, wenn ich Iko vorstelle.
Denn damals, als mir der Name vorgestellt wurde, gab es in der gesamten Gruppe nicht einen, der nachgefragt hätte. Es schien sogar niemand verwundert!
Ich dachte also, ich gebe meinem Sohn einfach einen Namen, der passt, den er irgendwie selbst gewählt hat.
Es tut mir so leid, wenn ich mir vorstelle, wie er sich in den kommenden Jahren für seinen Namen wird erklären müssen, das war nicht beabsichtigt.
Und als K-Y-ra also mit Y, statt mit I, die aber K-I-ra gesprochen wird, weiß ich, wovon ich rede.
Nur wurde ich niemals beinahe vorwurfsvoll gefragt, woher mein Name denn käme.
Nebenbei: Kyra ist ein alt-persischer Name. Und meine Familie kommt dort nicht her.
 Wer kommt denn überhaupt noch da her, von wo sein Name stammt?
Sophie, zum Beispiel ist ein griechischer Name.
Und trotzdem ist nicht jede Sophie eine Griechin....

Es gibt aber auch Leute, die reagieren anders.
So wie die Verkäuferin beim Bäcker heute morgen.
"Oh, wie schön", ruft sie. "Ich mag so ausgefallene Namen".
Und erzählt mir, wie sie auf die Namen ihrer vier Kinder gekommen ist.
Alle ungewöhnlich. Alle aus einem Bauchgefühl heraus vergeben.
Beinahe vergessen wir beide, dass ich noch zahlen muss.
Ich gehe mit einem Lächeln nach Hause.

Montag, 4. Mai 2015

Wohnzimmer-Evolution

Als Abwechslung zu krassen Träumen und großen Gedanken,
widme ich mich heute meinem Wohnzimmer.
Als Wohnsuchti habe ich natürlich immer 100.000 Pläne, wie der Raum besser, schöner und effektiver genutzt werden könnte, doch wenn ich zurück schaue, so ist die Entwicklung, die der Raum im letzten Jahr gemacht hat, sowas von zufriedenstellend!

Gestartet sind wir so:


Hauptsache, es steht erstmal was im Zimmer.
Wir hatten zwar einen Raumplan gemacht, um zu sehen, wo die Möbel passen, aber wie das so ist:
auf dem Papier wirkt es halt anders, als in echt.
Eine gaaaanz simple Einrichtungsregel lautet ja beispielsweise:

Lass den ersten Blick in einen Raum auf etwas Schönes fallen!

Umsetzung oben: Der Blick auf einen.... momentmal....
Arbeitsplatz!?
Irgendwie geht schön anders.
Der Raum wirkt klein und beengt und die Ecke hinter der Tür steht leer.
Aber gut. Ich war schwanger und meine Gedanken wo anders.
Um wenigstens nicht überall auf kahle Wände zu sehen, bepinselte ich ein paar Wochen später Karton und definierte mit Washi-Tape unsere wundervolle dauerverschlossene Kassettentür (um im Schlafzimmer Kleiderschränke stellen zu können)


Dann kam mein Geburtstag und mit ihm eine Lampe an die Decke.
Ich hatte mir eine Sputnik-Lampe gewünscht, eine bestellt, die - einmal geliefert - so gar nicht dem Verkaufsbild entsprach #onlineshoppingfail und landete dann bei dieser hier.
Vom Schweden.
Wie laaangweilig.
Wenn ich abends durch unser Viertel spaziere, sehe ich gefühlt in jedem zweiten Wohnzimmer diese Lampe.


Ich überlege, sie umzubauen. Etwa so: 

http://p-fst1.pixstatic.com/52548940697ab04f0e0059b6._w.540_s.fit_.jpg

Mehr Sputnik, weniger Schwede.
J. ist skeptisch.
Er mag sie so, wie sie ist. Ich liebe das an ihm.
Nur sie liebe ich jetzt, ein Jahr später, nicht mehr so richtig.
Aber Schluss machen...???
Das wäre irgendwie auch zu einfach.
 Anyway.

Es wurde Sommer und dann passierte DAS
Das Sofa wanderte an die andere Wand und es gab andere Gardinen.
Ach so. Und Iko kam auf die Welt...


Und dann lange Zeit nichts.
 Bis mich vor Kurzem diese Schönheit für 40€ bei ebaykleinanzeigen anlachte.
- Ich warte einen Moment, damit ihr das verarbeiten könnt - 
- 40€ sind kein Schreibfehler - 

Da wollte jemand unbedingt eine Riesenkommode (2,40m lang) loswerden!


Ich liiiiebe sie!
Seht doch mal, wie toll man darauf Kram ausstellen kann!
 Zum Beispiel meine Nagel-Samlung:

Oder meine DIY-Von-Schwede-zu-schick-Lampe nebst neuer Japan-Kirschblütenporzellan-Vasen-Liebe und Achat-Schätzchen:

Oder das alte Schachspiel von J's Papa.
Nicht, dass ich Schach spielen könnte.
Es sieht einfach gut aus.

Kleiner Schwenk nach rechts:
einer von 2 großartigen 70ies Sesseln.
Noch so ein toller Fund in den kleinanzeigen.


Im zweiten Fenster zollt das Rhino meiner weißen-Pozellan-Liebe Rechnung...


und noch ein Stück weiter rechts steht das Sofa, das sich seit Juli kaum bewegt hat.
Nur die Recamière ist auf die andere Seite gewandert.
Der Sonnenspiegel (Gott, wie lange habe ich so einen gesucht!!) war ein Schnäppchen im lokalen Dekoladen, die pinken Kissen sind ein TK-Max-Fund (pink UND Samt - ich könnte den ganzen tag mein Gesicht daran reiben!) und die Schönheit in der Mitte kam aus Amerika, Florida, Land of Lakes hierher, denn hierzulande wird der Stoff leider nicht angeboten.


Auch in der Ecke hinter der Tür steht mittlerweile etwas:
 Der Arbeitsplatz! Nahezu unverändert (leider!). Aber daran ändert sich hoffentlich sehr bald etwas.
Immerhin ist er nicht mehr der erste Anblick.


Grmmmmpfff.
(Der Papierkorb steht so hoch, weil Iko ihn sonst ausräumt. Ca. 100x pro Tag)

 Jetzt geht der erste Blick so:
ahhhh! So viel besser.
(JA. es geht NOCH BESSER. Aber für den Moment ist es genug)


Iko's Spielzeug hat auf seiner Augenhöhe einen Platz gefunden:


Bis auf das Schleich-Rhino.
Weil ich es liebe.
Und damit der Wohnzimmertisch wenigstens nicht total leer ist.
Alle meine Versuche, ihn schön zu dekorieren, werden von Iko auf der Stelle im Keim erstickt.


Macht's euch schön!

vom Glück "schlechter Träume"

Salut ihr Lieben!

Sicher kennt ihr diese Träume auch: sie sind stressig, beängstigend, erdrückend, manchmal sehr gewalttätig und können einem den ganzen Tag nachhängen.
Aber sie als Alb- oder Stressträume abzutun und sich zu bemühen, sie zu vergessen, würde ihnen nicht gerecht!

In der Transaktionsanalyse, meinem beraterischen Heimathafen, betrachten wir ALLE Träume als wahre Schatzgruben. In unseren Träumen verarbeiten wir, was uns beschäftigt, das wissen fast alle.
Doch die Bilder, die unser Geist malt, beinhalten häufig Symbole, die wir nicht zuordnen können und die uns irritieren. Diese Traumarbeit hat nichts esoterisches an sich, wie manche befürchten.
Sie nutzt lediglich ein Grundprinzip guter Beratung: den Perspektivwechsel.

Vor ein paar Tagen hatte ich einen ziemlich heftigen Traum.
Ich konnte keinen Ausweg daraus finden und war erleichtert, als das Weckerklingeln mich erlöste.
Gerädert stand ich auf und berichtete J. beim Frühstück von meinem Traumerlebnis.
Das Gespräch tat gut, löste aber das mulmige Gefühl nicht auf.
Ich beschloss, mit einer TA-Kollegin darauf zu schauen.

Um euch einen Eindruck zu vermitteln, wie diese Arbeit abläuft, möchte ich mit euch meinen Traum und seine Interpretation teilen. Das ist etwas sehr persönliches, denn der Traum sagt viel über mich, meine Wünsche und Ängste.
Ich teile dieses Erlebnis mit euch, um euch zu ermutigen, auch in euren Träumen auf die Suche nach Lösungen für herausfordernde Alltagssituationen zu gehen.
Denn jede Erfahrung, die wir machen - geträumt oder wach erlebt - ist wertvoll und hilft, geniale Lösungen zu finden.

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Ich befinde mich in einem Krankenhaus, am Bett meines Patenonkels.
Er hat ein Herzleiden.
3 Ärzte betreten das Zimmer - 2 Frauen, 1 Mann.
Eine der Ärztinnen nimmt die Hand meines Patenonkels und beginnt zu weinen.
Die andere Ärztin erklärt sehr sachlich, dass er operiert werden müsse, die Chancen auf eine Heilung jedoch nur bei 5% lägen. Da mein Patenonkel 2013 gestorben ist, weiß ich, dass er sterben wird.
Ich sehe ihn an und sage ihm: "Es wird alles gut. Wir sind da. Du bist nicht allein."
Er antwortet mir: "Man ist immer allein."
Ich grusele mich, es ist kalt und grau.

Ich verlasse das Krankenhaus. Alles ist grau, es wachsen kaum Pflanzen.
Vor mir erstreckt sich ein zerklüftetes Gebirge.
Ich beginne den Anstieg in Begleitung mehrer Menschen, deren Identität mir verborgen bleibt.
Links am Wegrand sehen wir eine Frau. Sie ist nicht mehr jung, ihr Gesicht ist tief zerfurcht, ihr Rücken ist gekrümmt. Sie trägt schwarz von Kopf bis Fuß. Mit einem Stab schlägt sie auf etwas ein, das ich für Knochen oder Wurzeln halte. Roter Saft tritt heraus und verteilt Flecken üder den ganzen Berg. Es ist eine scheußliche Kunst. Ich finde es dreist, dass die Frau sich heraus nimmt, die Landschaft derart zu verunstalten.
Mir ist sofort klar, dass sie eine Hexe ist.
Sie beachtet uns kaum, allein der Hund, der sie begleitet, läuft ein wenig auf uns zu.


Wir gehen weiter. Vor uns taucht ein Krankenwagen auf.
Mehrere Sanitäter stehen herum.
Sie berichten uns, es habe einen Toten gegeben - der Körper sei zerstückelt und es könnten icht alle Teile gefunden werden. Ob wir den Mord beobachtet hätten, ob uns sonst etwas aufgefallen sei.
Ich spüre, dass die Hexe die Mörderin ist und habe große Angst, fühle aber auch ein wenig Wut.

Wir gehen weiter. Erneut taucht links die Hexe auf, was gruselig ist, denn wir hatten sie weiter unten zurück gelassen. Sie betreibt ihre Kunst. Der ganze fels ist besprenkelt. Wir fragen sie nach dem Toten. Ihr Gesicht verrät, wieviel sie darüber weiß und auch, dass ihr niemals jemand etwas wird beweisen können. Sie geht kaum auf uns ein.

Wir gehen weiter und erreichen den Gipfel, wo die Hütte der Hexe steht. Durch ein fenster sehen wir lauter Einmachgläser. Darin reihen sich lauter Wurzeln. Sie haben die Gestalt von Frauen. Die Augen sind geschlossen. Schwarze Haare. Daraus sprießen wie kleine Kronen kleine Blätter, fleischig und voller Leben. Es sind die Wurzeln, mit denen die Hexe ihre Kunst macht.

Die Hütte ist umzäunt, am Tor stehen zwei Hunde. Der eine ist der begleiter der Hexe. Der andere ist ein junger, hässlicher Hund, der wütend die Zähne fletscht und kläfft.
Mir ist klar: sobald ich das Grundstück betrete, wird er mich beißen. Ich klettere daher auf das Tor und tatsächlich springt er hoch und versucht, mich zu schnappen.

Erläuft weiter auf das Grundstück. Ich steige vom Gatter und als ich mich umdrehe, hat sich der Hund in ein schönes kleines Mädchen verwandelt. Es ist von Kopf bis Fuß verdreckt und in Lumpen gekleidet. Traurig und ängstlich sieht es mich an. Es tut mir so leid. Ich bin wütend auf die Hexe, dass sie dieses schöne, kostbare Wesen so schlecht behandelt!

Langsam gehe ich auf die Kleine zu. Ich erzähle ihr, dass sie sich nicht länger zu fürchten braucht. Ich sage ihr, wie schön sie ist. Dass ich auf sie Acht geben und gut für sie sorgen werde.

Der Wecker klingelt.

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In der Traumarbeit wird jedes Symbol als Ressource betrachtet. Negative Symbole gibt es in dem Sinn daher nicht. Im Gespräch werden Hypothesen formuliert, die abschließende Interpretation obliegt aber immer dem Traumbesitzer. Nur er kann wissen, was er aus diesem Traum mitnehmen mag und was nicht.

Folgende Gedanken haben mich aus meiner Traumarbeit angesprochen:

- Der Tod, ein Thema, das mir 2x begegnet ist immer ein Zeichen für Veränderung. Etwas geht zu Ende oder ist nicht länger Teil meines Lebens.

- Mein Patenonkel symbolisiert das, was stirbt. Ich liebe ihn und doch kann er nicht länger bei mir sein.

- Die Ärztinnen stehen für Herz und Verstand. Das Herz mag sich nicht trennen, der Verstand erkennt, dass es so sein muss.

- "Man ist immer allein": jahrelang hatte ich schreckliche Angst davor, allein zu sein. Als Nähe-Typ ist das für mich kein angenehmer Zustand. Seit Iko auf der Welt ist, ich die Geburt, die im Kaiserschnitt endete (und ich damit genau die Geburt hatte, die ich auf jeden Fall VERMEIDEN wollte), ALLEIN geschafft und sogar ziemlich gut überlebt ^^ habe, hat Allein-sein eine neue Dimension bekommen:

JA. Wir sind allein. Immer. Niemand denkt, atmet, isst, schläft und geht für uns. Wir sterben allein. Wir fühlen allein. - Zum Glück! Es wäre ja sowas von überhaupt nicht selbstbestimmt, wenn das alles jemand anders für mich tun würde. Oder mit mir! Lauter Kompromisse wären das.
Und: Allein bin ich ja mit mir. Also ICH MIT MIR. Das ist gar nicht so allein und leer, wie ich immer befürchtete. Schließlich bin ich angefüllt mit Gedanken, Erinnerungen, Empfindungen, Hoffnungen und Möglichkeiten. In meinen inneren Monologen geht es hoch her.

Daher: Ade, liebe Angst vor dem Allein sein. Ich lasse dich - in diesem Traum in Form meines Patenonkels - gehen. Es ist gut, dass du bei mir warst, doch unsere gemeinsame Zeit kommt nun zu ihrem Ende. Ich gehe ohne dich weiter.

- Das Gebirge - meine Mutter sagt immer: Kyra baut sich schon wieder Berge auf. Recht hat sie. Bei neuen, ungewohnten Situationen stelle ich mir immer vor, wie furchtbar anstrengend das sicher wird. Oh weh... so viel Arbeit! Und schwupps habe ich einen tollen Berg.
In meinem Traum ist der Anstieg dann gar kein Problem! Ich bin mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Und in der Realität ist es meistens auch so: einmal begonnen, geht es fast von allein.

- Der zerstückelte Tote: die erneute Erinnerung: hier geht etwas zu Ende.

- Die Sanitäter und der Arzt aus dem Krankenhaus: als mir das auffiel, musste ich sehr Lachen: Alle Männer in diesem Traum sind irgendwie ratlos. Der Arzt findet keine Worte, keine Gesten. Die Sanitäter stehen herum und wissen nicht, wie sie jemandem helfen sollen, der sich in alle Himmelsrichtungen verteilt hat...Ihre Strategien versagen. Die Frauen in meinem Traum sind dagegen sehr aktiv. Jede auf ihre Weise.

Männlichkeit und männliche Energie finde ich sehr wohltuend. Ich liebe die Männer in meinem Leben und besitze selbst sehr viel männliche Energie. Im Studium haben die beste Freundin und ich uns auf den Fahrten zur Uni ausgemalt, wie wir als schwer bewaffnete Kämpfer durch das Leben streiten. Kämpfen, mutig sein, mich durchschlagen, die Zähne zusammenbeißen - tolle Strategien, die mir im Studium sehr geholfen haben.
Und dann ist 2013 das Studium vorbei. Mit stolz geschwellter Brust tritt Kyra, die Kriegerin in die Welt. "Sieh, wie gut ich gekämpft habe, wie stark ich bin! Und nun gib mir eine Arbeit, die dazu passt!" So war die Einstellung. Die Arbeit kam nicht. Also habe ich mich kriegermäßig angestrengt. Bewerbungen geschrieben, Vorstellungsgespräche abgeklappert.
Ohne Erfolg.
Die bis an die Zähne bewaffnete Kriegerin, sie war so ratlos, wie meine Traum-Sanitäter, weil keine ihrer Waffen zum Einsatz kommen konnten. Sie war mit ihrem Latein am Ende.

Erst jetzt, als Mutter und so mit dem Thema Weiblichkeit auf eine völlig neue Weise konfrontiert, finde ich neue Stärke. Ich lege die Waffen nieder. Doch weiter im Traum.


Mir war schnell klar, dass ich die Hexe bin. Und dass ich das kleine Mädchen bin.
Auf das kleine Mädchen habe ich nicht gut acht gegeben in 2013 und 2014. Meine Gefühle und Wünsche, all das Potenzial in mir habe ich mit Füßen getreten. Im Traum verspreche ich mir selbst, besser auf mich zu achten.

Es gibt nichts Schöneres und Wertvolleres, als mein Leben, das hatte ich vergessen.

Und nun... die Hexe! Die böse böse Mörderin ;-D
Die Hexe steht in der Traumarbeit für Begabung, Weitsicht, Weisheit, Hellsicht und Hellfühligkeit.
Ihre Furchen stehen für ihre Erfahrung.
Obwohl sie so distanziert ist, sich wie ein Einsiedler auf einen Berg zurück zieht, ist sie doch da.
Ich komme nicht an ihr vorbei, immer wieder taucht sie auf. Sie macht mir Angst, doch das ist ihr egal. Sie macht ihre Kust, egal, was andere davon halten. Sie ist stark und unabhängig und weiß, was sie will.

Sie ist mein beruflicher Weg. Meine Arbeit. Nur wenn ich ihr nachgebe, kann ich eines Tages eine weise alte Frau werden. Ich habe sie auf den Berg gedrängt, fernab von der Gesellschaft. Doch sie gestaltet weiter, für alle offen sichtbar.

Und jetzt wird es super spannend: Die Frauenwurzeln, die sie schlägt - das ist ja ein ziemlich krasses Bild. Und dann spritzt da auch noch rote Farbe!

Nun denn: rot steht für: Macht, Kraft und Energie.
Das ist die Energie der FRAUEN, die Schlafen, bis sie sich kunstvoll zeigen.
Die Hexe schlägt auf sie ein, doch es ist ein BEFREIUNGSSCHLAG.
Sie müssen nicht länger schlafen. Sie können all ihre Kraft und Macht nutzen und damit die Welt prägen. Für alle sichtbar.

Ist das nicht wundervoll?
Nie im Leben hätte ich, nachdem ich am Morgen erwacht war, damit gerechnet, dass dieser schlimme Traum mich so bestärken könnte.
Dass er mir zeigt, was ich wirklich von Herzen tun möchte und worauf ich Acht geben muss.


Und jetzt bist du dran:
Wann hattest du zuletzt einen starken Traum?
Was meinst du: was will er dir sagen?
Und wenn du magst: schreib mir! Erzähl mir von deinem Traum und wir gehen gemeinsam auf die Suche nach seiner Bedeutung!

Donnerstag, 30. April 2015

Augenschmaus #2

Augenschmaus in einem Bild.
Das Thema: Die Homepage. Und ein Vorgeschmack auf Plakate, Flyer und in ferner, ferner, ferner Zukunft vielleicht auch Räume...??


 

Was meint ihr?
Passt das?

Mittwoch, 29. April 2015

Frauenzimmergedanken

In den letzten Wochen kreisen meine Gedanken unablässig um das Thema
"Wiedereinstieg in den Job".
Lange habe ich alle Mamas beneidet, die mit der Gewissheit in Elternzeit gingen, anschließend wieder in ihren alten Job zurück kehren zu können. Als damals noch eher unfreiwillig Freiberufliche kam mir das traumhaft vor.
Also habe ich mich, mit Baby auf dem Arm beworben und beworben und beworben.
Und wurde nicht genommen.
Als Erziehungswissenschaftlerin (auch noch mit ausgezeichnetem Masterabschluss - HILFE) mit Baby und gerade mal einem Jahr Berufserfahrung lädt mein Lebenslauf gewiss zu folgenden Überlegungen ein: Achtung, die bleibt nicht, die bekommt sofort das zweite Kind auf unsere Kosten!
Mit dem Orchideenfach nutzt die uns in der Praxis nicht!
Ai, freiberuflich? Warum hat die das denn gemacht? Wollte die keiner haben?
Oder wollte die das selbst? Und wenn ja, warum will die jetzt zu uns?

Ich kann die Personaler dieser Welt verstehen und würde vermutlich ähnlich denken.


Also stelle ich mich selbst ein.


Sind es nicht spannende und großartige Zeiten, in denen wir leben?
Die es uns einfach ermöglichen, zu werden, wer wir sein wollen.
So zu arbeiten, wie es zu uns passt.
Das zu tun, von dem unser Herz sagt, dass es getan werden will.

Mein Herz, das hatte es nicht leicht mit mir in 2013.
Ich bin so blind hinter der Vorstellung hergerannt, ich müsste einen "normalen" Berufsweg gehen und dürfte frühestens mit 35 selbstständig sein.

Aber mein Herz ist geduldig.
Und es hat in meinem Sohn einen Verbündeten gefunden.
Der ist mir nämlich so wichtig, dass ich es nicht einsehe, mich für eine unbefriedigende Arbeit von ihm zu trennen, ihn fremdbetreuen zu lassen, nur um ein etwas dickeres Plus auf dem Konto zu haben, als jetzt.

Und je näher der Juli rückt - und damit das Ende meiner Elternzeit -, umso klarer höre ich, was mein Herz machen will.


Arbeite mit Frauen!! Ruft es deutlich.
Arbeite mit ihnen, denn sie befinden sich in der gleichen Situation wie du:

Sie sind angefüllt mit Talenten und Wünschen und Ideen.

Sie lieben ihre Familie und wollen ihr gerecht werden.

Sie haben in ihre Ausbildung investiert und wissen genau, dass sie gute Arbeit leisten können
- und das wollen sie auch!
Allein, man lässt sie nicht.
Aus unterschiedlichen Gründen.

Gemeinsam mit der besten Freundin, die wie ich Erziehungswissenschaftlerin, Beraterin und Mutter und obendrein Regieassistentin und angehende Schauspielerin ist #hammergutausgebildetefrau
setzte ich mich also hin und erarbeitete ein Seminar.
Lebenskünstler werden - das war das Gefühl, das wir umsetzen wollten.

In diesem ganzen geliebten Chaos, welches das eigene Leben ist, das Steuer in die Hand nehmen und einen Kurs setzen, der zur eigenen Persönlichkeit passt.
Die eignen Stärken ernst nehmen. Kraftraubende Glaubenssätze verabschieden, eine Vorstellung entwickeln, wohin die eigene Reise eigentlich gehen soll.

Ich hoffe auf Frauen, die ihren Mut wiederfinden wollen, an ihre Träume zu glauben und sie, im Einklang mit den Anforderungen des Familienlebens und der damit verbundenen - auch finanziellen!- Verantwortung, umsetzen möchten.

In einer perfekten Welt, so denke ich, ginge jeder Mensch einer erfüllenden Berufstätigkeit nach. Er käme am Abend heim mit dem Gefühl: es hat sich gelohnt, was ich heute getan habe.
Nun ist diese Welt nicht perfekt. ABER: wir sind Menschen.
Wir haben so viel geschafft, was keiner anderen Spezies (wenigstens auf diesem Planeten) zuvor gelungen ist.
Wir sind in der Lage, umzusetzen, was wir erträumen.
Und selbst wenn wir nicht immer zu 100% Erfolg haben, so glaube ich, dass es sich immer lohnt, es zu probieren.

Und jetzt bin ich gespannt:
Wovon träumst du?
Was hast du vor mit deinem Leben?
Was wolltest du früher werden und was machst du heute?
Bist du erfüllt von deinem Job?


Freitag, 24. April 2015

Über die Besten

Salut ihr Lieben!

Diesen Post widme ich Alice, meiner Heldin des Tages. - Danke dir, du Liebe! <3
 Deine Nachricht hat mich voll erwischt - ungefähr so:

https://a3-images.myspacecdn.com/images02/149/0fc2838cbbcb493080c6a3ef77323687/300x300.jpg 
 (Wer das ist? Kleiner Tipp: Die Antwort ist 42... oder auch Zaphod Beeblebrox mit seiner Thinking Cap, dieses tolle Ding, wo man eine Zitrone reinsteckt, das dann aus eingerosteten grauen Zellen brilliante Ideen hervorbringt)


Für alle anderen, hier die Kurzfassung: da komme ich heute vom Pilates mit Baby (turnen müssen nur die Mamas, die Babys feuern uns an oder brauchen gaaaaaaaanz dringend, unbedingt und sofort eine Kuscheleinheit, wenn die Übungen so hart werden, dass man sie lieber nicht mitmacht, um noch einen Funken vom "ich-bin-fit"-Gefühl zu erhalten)...

Wo war ich? Genau. Ich komme also heim, schlummere selig den "ich-blogge-zur-Zeit-nicht"-Dornröschenschlaf und da kommt Alice auf ihrem schmucken Schimmel um die Ecke - oder jedenfalls ihre schmucke Mail in mein Postfach - und schreibt mir eine großartig-schöne Nachricht, die mich - ganz prinzenhaft - wachküsst.

Denn es ist ja so: das Beste am Bloggen, das sind die Leser, das seid ihr.
Jede von euch, die meinen wirren Gedankengängen und Wohnungsverschönerungsanfällen folgt.
Und vielleicht sogar einen Kommentar hinterlässt.

Leider bin ich ja schrecklich ungeduldig.
Das versperrt mir gelegentlich den Blick für die wirklich wichtigen Dinge und das, was ich direkt vor mir habe.
So dachte ich: ich muss hunderttausend Leser begeistern, superprofessionelle Fotos machen, geniale Geschichten erzählen, ein top-designtes Blog vorweisen, jeden Tag am besten zwei Mal bloggen - natürlich auf Englisch, wegen world-wide-web und so - und dann war der Blogtitel doof
und und und.
Und dann ist mir die Lust vergangen.
Denn da war dieses entzückende kleine Baby in meinem Arm, das ich zufriedenstellen konnte, indem ich es einfach gestillt oder gekuschelt habe. Das war soo viel einfacher und so süß und hat sich so unheimlich gut und richtig angefühlt!

Ich hatte neulich geschrieben, ich warte auf ein Zeichen (oder einen Arschtritt), um zu entscheiden, ob und wie ich weiter blogge.


Die Nachricht von Alice war der schönste Arschtritt, den ich je bekommen habe.

Er hat mir klar gemacht: das ist doch alles Käse!

Es genügt, wenn ich Spaß daran habe, ein paar kleine Sätze zu tippen, ganz belanglos, zu ganz alltäglichem Kram, mit ganz alltäglichen Fotos. Ohne Englisch, ohne Top-Design.

Es genügt, wenn da draußen irgendwo ein einzelner Leser sitzt, dem ich eine kleine Freude machen kann, vielleicht nicht mit jedem Post, aber ab und an.

Das tolle am Mama-sein ist, dass die Ansprüche sich verändern. Statt toll gestylt, wenigstens nicht Breibekleckert, statt gut ausgeschlafen, wenigstens nicht hundemüde und statt mega Blogger, wenigstens lückenhafte Alltagsdokumentation #neueMission!

Was erwartet uns also?

Ich glaube, der Augenschmaus, das ist ne feine Sache.
Den mach ich jetzt öfter.

Und Mama-sein. Also das bin ich ja ohnehin 24/7, nur schreibe ich da sicher mal was drüber.

Und dann gibt es ein grooooßes aufregendes neues Thema: Kyra bleibt selbstständig!
Das Neue daran: Sie nimmt die Selbstständigkeit jetzt ernst!
Im Juni geht es mit einem ersten Seminar los, das ich euch natürlich vorher vorstellen und eure Meinung hören möchte!
Das wird soooo aufregend!

Ach ja, was für ein toller Start ins Wochenende!
Arschtritte olé!

Mittwoch, 4. März 2015

Lebenszeichen

*tritt ans Mikrofon...zwinkert nervös...räuspert sich....*

....

Ääääähmmmm....

... Hallo...?

 Also.. es gibt mich noch... Irgendwie...
Und euch? Also ich meine: was macht ihr so? Wie geht es euch?
Fragt ihr euch noch ab und an, ob hier jemals wieder was geschrieben wird oder habt ihr diese Frage schon zu den Akten gelegt?

Ich hab mich das in der letzten Zeit jedenfalls häufig gefragt.
Immer mal wieder stieg so eine kleine Lust auf, was zu schreiben und dann wusste ich nicht, was, oder hatte keine Fotos da oder mein kleiner, zum verrückt-werden-süßer Sohn schlief doch noch nicht so tief, wie ich gedacht hatte...

Joa und so gehen dann mal eben schlappe 8 Tage (ähem) Monate ins Land.
Passiert jedem mal^^

Um ehrlich zu sein: ich bin immer noch nicht sicher, ob und wie ich hier weiter mache.
Seit mein Kindelein da ist, passt der Blogtitel für mich nicht mehr. Mein Glück ist über Nacht so groß und so leibhaftig geworden, dass ich kein Blog mehr danach benennen mag. Mir fehlen die Worte für das, was ich erleben darf.

Ein neues Blog schreiben, mit lauter Mama-Themen?? Hmmmpf.
An der Wohnung habe ich raketen-mäßig-viel gemacht (echt wahr!) - allein, es mangelt an guten Fotos und der Zeit und Lust, welche zu machen. Und über Einrichtung schreiben, ohne die Fortschritte zu zeigen ist schon ein biiisssschen schräg.

Ihr seht: Entschlossenheit geht anders.
Ich warte vielleicht mal auf ein Zeichen.
Oder auf Inspiration.
Oder einen Arschtritt?

Drück euch!