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Freitag, 10. Juni 2016

Selber machen

...finde ich immer gut - vorausgesetzt die Zeit dafür ist da.
Und da Zeit trotz des beinahe zweijährigen Sohnes momentan dank Mutterschutz kein so knappes Gut ist, wie sonst, komme ich dazu, langumschwärmte Projekte umzusetzen.

Und so sind unsere 4 Wände nun um einige Pfeile und Holzkugeln reicher, als zuvor.


Mit bald 2 keinen Kindern ist es immer von Vorteil, wenn Dekoration möglichst bruch- und spielsicher ist. Holz steht bei uns daher ganz hoch im Kurs. Und als Dana kürzlich eine großartige Holzkugelgirlande bastelte, war klar: sowas muss ich auch machen. Ihrem DIY inklusive großartiger Anleitung will ich gar nicht versuchen, das Wasser zu reichen - für Inspiration also einfach bei ihr nachlesen. Ich habe es mir natürlich etwas einfacher gemacht (und es geschafft, NOCH preiswerter zur Kugelkette zu kommen) und das ging so: In einem der liebsten Stöberläden gab es diese Ketten auf Zwirn gefädelt. Kurzerhand kamen zwei Ketten mit und wurde Lederband besorgt. Ketten zerschnitten, weiße Kugeln aussortiert, Holzkugeln auf das Lederband gefädelt und voilá, c'est ca.


Iko ist begeistert von der Kette und schleift sie als Beute stolz durch die ganze Wohnung hinter sich her oder versucht heruaszufinden, wie um alles in der Welt man die Kette dann wieder so auf den Tisch legen kann, dass sie nicht herunterrutscht!
Die Kette ist somit nicht nur schön anzusehen, sondern auch TOP-Universalspielzeug mit großartigen Möglichkeiten, die Motorik zu trainieren. Ich warte nur darauf, dass er feststellt, dass man die Knoten des Lederbandes aufpulen kann - dann beginnt der wahre Spaß!


Oben im Bild gab es auch schon einen Blick auf meine beiden grünen Geburtstagsneuzugänge.
Die Luftpflanze...


... und endlich endlich den Bonsai.
Ich bin verliebt und hoffe auf einen ausreichend grünen Daumen.



Das zweite Projekt hängt seit Monaten in der Warteschleife, seit ich dieses Bild gesehen habe:

 

Aber 30 Aufkleber für 32€?
Das musste auch günstiger selbst zu machen sein - und war es natürlich auch (ca. 6€??).
Der Bastelladen des Vertrauens bot die passende Klebefolie.
Eine Schablone war schnell gemacht und der Rest reine Fleißarbeit, die mit guter Musik in ca. 1,5h auch erledigt war. Anders als im Vorbild habe ich nur die Hälfte der Pfeile mit gefransten Enden versehen und die andere Hälfte im Stück gelassen, da beide Formen ihren Reiz haben.
 
(Und wem die kleine Schere hier erneut aufgefallen ist: JA, mit der mache ich ALLES)


Nun läuft ein fröhliches Pfeilband durch das Kinderzimmer, das nach und nach Gestalt annimmt.
Hierzu hoffentlich noch vor der Geburt mehr, denn wie das immer so ist: die Pläne sind groß, bunt, leuchtend und erstrebenswert, nur in der Realität wird nicht einmal die Hälfte davon umgesetzt.
- Geht das nur mir so?

Was machst du gerade selbst? Und ist es nicht erstaunlich, dass ich trotz neuer Kamera noch immer unterirdische Bilder mache?

Sonntag, 1. Mai 2016

Küchen Update

Einen frohen Tag der Arbeit in die Runde!

Sonntag und Feiertag zugleich ruft förmlich danach, daheim zu bleiben und in den eigenen 4 Wänden Dinge anzugehen, die schon lange drücken.
Im Laufe dieser - inzwischen ziemlich fortgeschrittenen - Schwangerschaft ist manches liegen geblieben, auch weil wir überlegt haben: zurück in die alte Heimat? Wohneigentum erwerben?
Nun haben wir einen Kurs gesetzt und bleiben hier. Gleiche Stadt, gleiche Wohnung. Und das für mindestens 2 Jahre.
Daher: keine Ausreden mehr, Störfaktoren zu ignorieren.
Unsere Wohnung ist gut geschnitten und reicht für 4 Leute allemal aus.
Nur richtig gut genutzt ist noch nicht jeder Winkel und so kam es in den letzten Monaten immer wieder zu Stauraumengpässen. Und neben bloßem Mangel an Funktionalität war mir ästhetisch zuletzt vor allem die Küche ein Dorn im Auge. Ich träume sehr bildreich und detailliert von einer tollen Einbauküche. Allerdings sprengen meine Vorstellungen gerade unser Budget und in einer Mietwohnung eine Traumküche zu realisieren muss ja nun vielleicht auch nicht sein.
Zumindest aber konnte es nicht bei diesem wilden Gewürfele bleiben...

Ein großer Störfaktor war für mich immer unser Küchenschrank. Ich habe viel Arbeit in ihn gesteckt und J. und ich haben ihn uns gemeinsam ausgesucht, doch irgendwie wollte er nicht in die Küche passen. Er war zu laut und zog alle Aufmerksamkeit auf sich, selbst nachdem ich ihn farblich dem Weiß der Küche angeglichen hatte. Kurzum: er musste weg.

Und da wir für Iko und Baby #2 eine großartige antike Weichholzkommode als Wickeltisch gefunden hatten (, die ich in hundert Jahren vielleicht auch noch mal zeige...), war die Kommode der liebsten Freundin frei, die ich schon immer immer immer in der Küche haben wollte. Darüber, das stand sofort fest, mussten weiße Hängeregale.

Jaaa... ich war selber überrascht, dass ich Hängeregale wollte, bin ich doch sonst ein großer Fan von Schränken mit undurchsichtigen Türen, weil man dahinter so wunderbar alles Unschöne verstecken kann. Hängeregal machen das Verstecken ja nun eher schwer...
Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb wollte ich sie.
Mit Geschirr drauf.
Quasi als kleinen Appell an mich, öfter mal herzuzeigen, was ich habe, anstatt alles hinter geschlossenen Türen zu horten.
Und da Projekte bei mir grundsätzlich über's Knie gebrochen und vorher nie perfekt durchdacht werden, fuhren wir gestern schnell in den Baumarkt und waren wenig später ebenso stolze wie über den geringen Preis begeisterte Besitzer eines bereits zugesägten weißen Furnierbrettes (für 2 Regalbretter) und 4 passender Konsolen (ich dachte ja, die Dinger heißen einfach auch Winkel. Aber nein: für ein Regal nennt sich sowas Konsole. Wieder was gelernt!).

Anbringung war easy-peasy, die Männer ergriffen freiwillig die Flucht, als es ans Einräumen ging (J. wörtlich: "Oh Gott, dekorieren. Komm Iko, wir gehen Ballspielen!") und so genoss ich nach vielleicht 3 Stunden diesen Anblick:


Große Liebe.
Perfekt? Natürlich noch lange nicht. Aber sooo viel besser als zuvor.


Im Zuge meiner immer mal wieder aufflackernden Minimalismus-Sympathie ist das ausgestellte Geschirr tatsächlich fast unser Gesamtbesitz (wenige Farbexplosionen und Iko's Muster- und Tierreiche Kinderteller und -becher mal ausgenommen. Die verstecken sich in der Kommode).


Der (Rosen?)-Quarz-Kerzensständer lief mir im Fairkauf über den Weg, den ich wegen seiner unglaublichen Preise fast noch lieber mag, als Flohmärkte. Das weiße Schälchen vor dem großen Bonbonglas hat noch ein Geschwister und stammt von Contigo, einer Fairtrade-Kette, die nun endlich auch bei uns Einzug gehalten hat. Die Hornschale unten rechts neben den Bechern ist ein Fund der letzten Handmademesse und begeistert mich immer wieder (sooo eine große Schale aus einem einzigen Horn!? Das ist möglich, weil das Horn aufgeschnitten und erhitzt wird. Die so entstehende Platte kann dann in eine beliebige Form gebracht werden).



Die Holzschale links stammt ebenfalls vom Contigo, mein geliebtes Messingtablett brachten mir meine Großeltern in der Kindheit aus Marokko mit und der Blumentopf stammt von der Schwiegermutter aus diesem Frühling. Er war knallgrün und beherbergte Narzissen und passt sich jetzt ergraut und wie Beton ausschauend wunderbar ins Farbschema ein.



Die Muschel ist ein weiterer Fairkauf-Fund und die handbemalte Schale stammt aus dem Afghan-Warehouse. Ich sagte es schon mehrfach: gefährlicher Laden für jeden, dessen Herz ein bisschen Hippie schlägt...


Unerwartet zufrieden bin ich auch mit meinem ersten Versuch, unansehnliche Pressholzschnittstellen zu kaschieren. Dafür gibt es im Baumarkt Bänder, die direkt auf die betroffene Stelle gebügelt werden. Zugeschnitten, angelegt, drübergebügelt. Ein bisschen festdrücken (z.B. mit einem kleinen Holzstück darüber fahren) und das überstehende Band mit einem Cutter abschneiden. Die Kanten glattschmirgeln - fertig.


Großer Handlungsbedarf besteht noch bei der Kommode.
Der Plan: sobald der Mutterschutz beginnt schleife ich die Türen und Schubladenfronten ab und belasse sie entweder in Natur oder streiche sie Weiß. Die Griffe werden ersetzt durch Ledergriffe.
Und das wilde Durcheinander aus unterschiedlichen Aufbewahrungsgläsern und Gewürzgläsern muss vereinheitlicht werden.


Für den Moment bin ich aber extrem zufrieden mit dem Erreichten.
Welche Projekte gehst du gerade an?

Montag, 28. März 2016

verrückte Ostern!

Frohe Ostern!

Beinahe habe ich vergessen, wie man die Maus bedient und wie sich ein Text tippt, so lange ist es her, seit ich einen Post geschrieben habe. Die durch die Tageseltern bedingten "Ferien", die mich 10 Tage von der Arbeit entfernen, tun ihr Übriges.

Das Tolle an der Pause: endlich Zeit, den stärker werdenden Nestbautrieb auszuleben.
Bei uns in den letzten Tagen geschehen in For von Familienbett-Bau.
2,80m beinahe fertige Bettlandschaft erstreckt sich jetzt in unserem Schlafzimmer und nach den ersten Probenächten lautet das Urteil: Platz tut ungemein gut! ;-D

Warum nur beinahe fertig?
Nun, unser Osterhase der Postbote hat es versäumt, uns rechtzeitig den blauen Samt zuzustellen, mit dem wir das Kopfteil beziehen wollen und aus dem noch eine Husse zu nähen ist.
Daher steht das Bett zwar voll funktionsfähig aber noch etwas blank und wenig aufgerüscht im Raum. Da ich aber in der letzten Zeit neben der Arbeit das Blog ein wenig vollkommen vernachlässige, wird jetzt halt der "nur-funktionsfähig-aber-noch-nicht-hübsche" Zustand dokumentiert.

Wir starteten mit einer Skizze:

Die monströsen Ausmaße des Bettes machten es erforderlich, Bett und Schränke ihren Platz tauschen zu lassen. Für das Bett konnten wir so perfekt die Niesche nutzen, die im Schlafzimmer auf der Wohnzimmerwandseite liegt.

Die Bettenskizze hat der Liebste sinnvoller Weise direkt nach Ende der Bauphase geöscht und ich habe keine Meinung, noch eine zu erstellen. Daher hier nur eine Beschreibung ohne Bild.
Das Bett sollte 2,80x2,00m groß sein. Hierfür kauften wir 2 1,40x2,00m große Lattenroste. Die Lattenroste liegen auf 5 Balken und sind jeweils auf 4 20cm hohe Füße (also insgesamt 20 Füße) geschraubt. Eine grundsolide Sache, die in der Praxis so aussieht:


Jede Lattenrostlatte ist an allen drei Stellen mit den darunterliegenden Balken verschraubt bzw vernagelt - für die Befestigung am jeweils mittleren Balken haben wir nur Nägel verwendet, einfach weil es unglaublich nervtötend ist, 60 Löcher pro Rost vorzubohren.

Auf dieses Gestellt kommt - sobald besagter Stoff ankommt - eine Betthusse aus dunkelblauem Samt, der die Füße verdeckt und das Monstrum ein wenig aufrüschen soll. Da momentan nicht da, liegen da jetzt direkt die Matratzen drauf.


Ein verbleibendes Problem war natürlich die Durchgangstür zum Wohnzimmer. Wie wie in der Probenacht feststellen durften, als Iko schon schlief, fehlte hier gwaltig ein Schallschutz, für den vorher die beiden Kleiderschränke gesorgt hatten. Selbst Flüstergespräche im Wohnzimmer bescherten Iko einen unruhigen Schlaf, von Fantasy-Filmgeräuschen ganz zu schweigen.
Die Lücke musste also gefüllt werden.

Einen nerveraufreibenden Baumarkteinkauf später, an dessen Ende wie wieder einmal begeistert feststellten, dass unser Knutschkugelauto ein echtes Raumwunder ist (es passten hinein: Fahrer, Riesenpaket Dämmmaterial, 4 große Holzplatten für die Tür sowie ein 200x60cm und ein 80x60cm Brett UND ein Kleinkind ordentlich angeschnallt im Kindersitz). Zugegeben: dass Iko auch noch reinpassen würde, damit hatten wir nicht gerechnet, umso größer war unsere Begeisterung, als er dann bequem Platz fand.


Das Dämmmaterial konnte einfach mit einer großen Schere zurchgeschnitten werden, die Holzplatten wurden mit wenigen sehr dünnen Nägeln angenagelt, um den Türrahmen möglichst wenig zu beschädigen.



Nach jedem Sägen sorgte Iko für Sicherheit und entfernte sämtliche Stecker aus den Steckdosen und Verlängerungskabeln.


Um den Vorsprung möglichst wenig auffällig zu gestalten, strichen wir ihn weiß (Acryllack). Später, sollte ich jemals dazu kommen, etwa 4 Stunden am Stück Zeit und Muße zu haben, werde ich dafür noch einen Riesentraumfänger basteln. Den HulaHoop-Reifen und das Garn dafür habe ich schon - allein, es fehlt die Lust, die Friemelarbeit zu beginnen...


Das Kopfteil wurde mit Wandhaken direkt an der Wand befestigt und für das Polstern vorbereitet. Ihr wisst schon, der fehlende Stoff.


Um einen bestmöglichen Kinderritzenreinrutschschutz zu gewährleisten besorgten wir für die Matratzenritze eine Liebesbrücke und J. nähte sowohl die Matratzenschoner als auch die Spannbettlaken zusammen. Jetzt haben wir lückenlosen 2,80m Matratzenspaß UND durchgängige 2,80x2,00m Spannbettlaken. Kann auch nicht jeder von sich behaupten.


Damit war der funktionale Teil des Projektes abgeschlossen und die EIGENTLICH bedeutsame Arbeit der Dekoration konnte beginnen. Und da wir unser altes Boxspring zu einem tollen Preis verkaufen konnten und das neue Bett deutlich günstiger wurde, als befürchtet, war noch ein kleiner Puffer, den ich schnurstrackts in 2 Serape-Decken inverstierte.
Serapes sind diese großartigen Farbexplosionen mexikanischen Decken, die ich im Geheimen schon seit Jahren anschmachte.


 In der rechten Zimmerecke blieb sogar noch Platz für einen Nachttisch.
Hier fand sich in den Kleinanzeigen für wenig Geld eine kleine Kommode, die gemeinsam mit meinem Jugendstilspiegel, einem Wahnsinnslampenfund im hiesigen TKMaxx, Bilderahmen (auch von dort), Pflänzchen und Wecker ein rundes Bild abgibt. Die kleine Ananasförmige Schale, die vor der Lampe steht stammt aus der Home-Abteilung des Kleiderschweden und war ein Fall von Blitzliebe. Sie beherbergt des Nachts die obligatorische Nachtbanane, da Iko immer noch regelmäßig nachts mit Bärenhunger aufwacht und ich schlaftrunken keine Lust habe, in die Küche zu pilgern. Vor allem nicht, um dann eine leere Bananenschale wegzuwerfen.


2,80m nett mit Kissen auszugestalten ist, wie ich feststellen muss, keine leichte Aufgabe. Zunächst einmal besitze ich dafür nicht genug Kissen (unglaublich, aaber wahr). Dann muss das Ergebnis derart leicht herzustellen sein, dass J. sich morgens dazu bereit erklärt, es in seine Morgenroutine zu übernehmen, der macht nämlich wochentags das Bett (und ihm ist schon 1 Kissen beinahe zu viel). Daher die aktuelle Beschränkung auf 3 Kissen, mit denen ich noch nicht so recht zufrieden bin. (S/W Kissen alt vom Schweden, die beiden rosa Kissen aus der Home-Abteilung des Kleiderschweden).


Weil ich sie so schön finde, darf Ikos Bettdecke AUF den Tagesdecken liegen. Sie ist selbstgenäht mit dem entzückendsten Pfeilmuster, das ich bislang gesehen habe. Auf dem Lieblingsflohmarkt fand ich zudem einen kleinen Hocker, durch den der Kleinkindliche Betteinstieg enorm erleichtert wird. Mit wachsendem Babybauch bin ich zudem froh über jede Gelegenheit, Iko NICHT irgendwo hin hochheben zu müssen.

 Das ist der Stand, so war unser Osterfest - statt Ostereiersuche eben Möbelrücken.
Und bei euch so?


Donnerstag, 27. August 2015

it's getting quiet in the kitchen

Salut ihr Lieben!

Beim jüngsten Streifzug durch die örtlichen Kleinanzeigen setzte mein Herz für einen Schlag aus.
4 meiner geliebten Eames Plastik Side Chairs (natürlich als Replikate) zu genialem Preis etwa 5 Gehminuten von mir entfernt.
WAHNSINN.
Nichts wie hin, gekauft, Riesenpaket in Miniauto neben Kind gefriemelt #miniauto-platzwunder, daheim aufgebaut und in tiefem Glück geseufzt.
Die fantastischen 4 mussten natürlich in die Küche, denn dort standen die mädchen-romantischen Jugendstilstühle von Dachboden meiner Eltern wie Falschgeld herum.
Außerdem sind sie für ausgedehnte Spielabende, die kräftig Sitzfleisch verlangen gänzlich ungeeignet, weil unbequem.

4 falsche Felle, meine Olle Eksell Variante und ein ruhigerer Teppich dazu und endlich endlich kommt der Essplatz ein wenig zur Ruhe.





Mittwoch, 22. Juli 2015

Einrichten mit Mini-Budget

Salut ihr Lieben!

Auf Anfrage einer wundervollen Leserin ;-) teile ich heute mein gefährliches Halbwissen rund um das Thema Einrichtung.
Die folgende Liste ist weder vollständig, noch inhaltlich von Experten bestätigt (jedenfalls nicht in dieser Zusammenstellung).
Bei Risiken und Nebenwirkungen zieht ihr am besten einen Einrichtungsexperten zu Rate.
Nun denn.
Genug der Warnung!

1. Sieh dir an, was du bereits hast.
In vielen Möbelstücken schlummern Prachtstücke, man muss sie nur entdecken.
Versuche dir bei einem Möbel, das dir nicht gefällt, vorzustellen, was man damit anstellen könnte.
Zum Beispiel: andere Füße, andere Farbe, andere Knäufe, Bekleben mit Folie, Verzierungen mit Holzleisten/Ziernägeln (damit lassen sich tolle Muster machen!)/Farbe/Stuck/Stoff...

Wenn dir absolut garnichts einfällt, das du machen könntest, um ein schönes Möbelstück zu erhalten:
Trenne dich davon!!!!
Nichts ist schlimmer, als ewig auf Ungeliebtes zu schauen und den Platz für Herzensdinge zu vergeuden.
Wenn du dich trennst, bedenke folgende Wege:
Ebay oder Ebay Kleinanzeigen. Alles Geld, das du hier bekommst ist ein Bonus für deine Traumeinrichtung.
Ist kein Geld zu machen, spende die Möbel. Das kommt Bedürftigen zu Gute und du sparst dir den Sperrmüll. Meistens werden Möbel sogar abgeholt, sodass du sie nicht einmal selbst wegtransportieren musst. Ist das Stück im Eimer hilft natürlich nur noch der Sperrmüll.
Obwohl die Erfahrung zeigt, dass andere das gaaaanz anders sehen können...


2. Entwickele eine Idee für den Raum.

Was passt zu dir? 
Wie lebst du gern?
Isst du zum Beispiel gerne im Wohnzimmer, lohnt sich ein großer Couchtisch.
Auch wenn du den kleinen süßen tausendmal schicker findest.


3. Vermeide die Schwedenfalle.

Schwer, aber hilfreich.
Alles in einem Rutsch zu kaufen sieht auch nach "in einem Rutsch" aus. Aber nicht nach dir.
Geh auf Flohmärkte. Durchforste die Kleinanzeigen und Aushänge in Supermärkten (Sperrmüll nicht vergessen! ^^).
Damit sparst du Geld und wirst mit Stil belohnt.
Dieser Stil wird eklektisch genannt. Das bedeutet, dass verschiedene Stile und epochale Trends miteinander zu einem harmonischen Ganzen kombiniert werden.
Solche Räume strotzen nur so von Persönlichkeit.

Fun mid-century modern living room with turquoise sofa and indoor plants.


4. Nimm dir Zeit.

Ja, es nervt, auf nackte Glühbirnen zu starren.
Aber eines Tages kommt die perfekte Lampe des Weges daher und dann ärgerst du dich, wenn du kein Geld dafür hast oder bereits eine Kompromisslampe hängt.


5. Investiere in zeitlose Basics.

Große Möbel wie Sofas, Betten, Tische und Schränke sollen uns eine lange Zeit begleiten.
Hier vorsichtige Entscheidungen zu treffen (besonders beim Thema Farbe!) lohnt sich.
Farbe und Persönlichkeit sind leicht durch Accessoires einzubringen #Kissengehenimmer.
Sie sind soooo viel günstiger und nehmen im Schrank wenig Platz weg.

Auch hier lohnt sich aber Achtsamkeit.
Also: Nicht alle Kissen im gleichen Laden shoppen, sondern warten und sammeln.
Kritisch sein bei Trends.
Magst du Neonpink auch noch in 2 Jahren? Nicht sicher?
Dann kauf lieber nur ein Trendteil, das dafür aber mit Wumms.


6. Sei Mutig!

Du bist dir nicht sicher, ob du blaue Wände magst?
Versuche es zunächst mit einer blauen Decke auf dem Sofa und wenn die dich nach ein paar Wochen nicht nervt und du mehr willst - streich eine Wand!
Weiße Farbe gibt es zu fast jeder Tages- und Nachtzeit zu kaufen. Probier es einfach aus.


7. Sorge für gutes Licht.

Ein Raum kann noch so gut eingerichtet sein: ohne die rechte Beleuchtung sagt er nur: blabla.
Generell gilt: In jedem Zimmer eine helle Leuchte (falls man was sucht, putzt oder es wirklich hell möchte). Die sollte aber nicht standardmäßig an sein.
Schöner sind mehrere kleine Lichtquellen.
Das betont die Stellen, die du möchtest, macht ein Zimmer gemütlich und erlaubt dir, es genau so hell zu haben, wie du gerade magst.

Love the ecclectic vibe and colors in this living room!


8. Mixe!

Okay, du liebst einen bestimmten Einrichtungsstil.
Das ist Klasse, kann aber schnell langweilig wirken.
In einem romantischen Zimmer bringt ein Stuhl im Industrial-Style einen WOW-Effekt (selbst wenn er eine rosa Schleife trägt).
In einer cleanen, modernen Wohnung sorgt Omas alter Sessel für Bodenhaftung und Charme.

Ikea inexpensive kitchen cabinets with new top // studio karin: MÄKLARFOTOGRAFERING HOS MIG

Gold wert finde ich auch diesen Gedanken:
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9. Lass den ersten Blick in ein Zimmer auf etwas Schönes fallen.

Nichts ist unangenehmer, als beim ersten Blick in einen Raum einen Wäschesack oder ein unaufgeräumtes Regal zu sehen.
Tu dir selbst einen Gefallen und stelle an die aus Fluren und anderen Zimmern einsichtigen Stellen Dinge, die dir Freude bereiten. Und: räume diese Stellen regelmäßig auf.



10: Überhaupt: Räume auf!

Nichts macht ein Zuhause schöner, als genau der Grad an Ordnung (und Unordnung!!!), den du magst. Ich selbst habe in mega aufgeräumten Wohnungen immer ein bisschen das Gefühl, nicht atmen zu dürfen. In sehr unaufgeräumten Räumen kommt es mir eher vor, als müsste ich ersticken.

Sei ehrlich mit dir selbst und triff eine Ordnungsentscheidung.
Abends vor dem Zubettgehen hier und da noch ein bisschen zu zuppeln klappt für mich zum Beispiel prima. Ich wache morgens auf und sehe eine aufgeräumte Wohnung. Toller Start in den Tag!



11. Mach dein Bett.

Lästig, aber gut für's OM.
Ungemachte Betten machen Stress. Ehrlich wahr.
Es genügt schon eine supereinfache Tagesdecke.
Wer's schön mag, legt noch 1-10 Kissen drauf. Je nach Geschmack.
Nebenbei schätzt du dich damit selbst wert und das tut der Seele gut.


nicety


12. Nutze alles Tageslicht, das du bekommen kannst!

Verhänge unter keinen Umständen deine Fenster, es sei denn, du magst es gerne Höhlen-gemütlich.
In dem Fall gilt das Gegenteil (also schwere Vorhänge und Schummerlicht).
Eine tolle Möglichkeit, tageslicht zu "verfielfältigen" sind Spiegel.
Mit ihnen bekommst du Licht an Orte, wo keines hinfällt.
Spiegel sind leicht für's Auge, in allen Preisklassen zu haben und wirken immer großzügig.
Gerade in kleinen Räumen ist das extrem hilfreich.


13. Arbeite nicht gegen deine Wohnung.

Lebst du in dunklen Räumen und jeder Versuch, sie hell und tagslichtdurchflutet zu gestalten, scheitert: geh mit dem Raum.
Ein dunkles Bad kann schwarz gestrichen großartig wirken.
Hier ist natürlich eine hammerauffällige Beleuchtung angesagt.

Auch Teppiche sollten immer "Raumfreundlich" gewählt werden.
Bedeutet: in rechteckigen Räumen einen rechteckigen Teppich wählen und die lange Teppichseite auf die lange Raumseite legen.
In quadratischen oder kleinen Räumen eignen sich runde Teppiche.

this city apartment featured in issue #14 of EST magazine may be a little more masculine than our...


14. überhaupt: Teppiche.

Niiiiiemals zu klein wählen!!
Das sieht nicht aus.
Investiere hier lieber mehr Geld, das ist genau richtig angelegt.
Teppiche sind großartig, um in Mietwohnungen ungeliebte Auslegeware aufzuwerten.
Teppiche schaffen einen "Raum im Raum".
Gerade in großen Räumen kann man das perfekt nutzen, um "Wohninseln" zu schaffen.
Teppiche sollten nach Möglichkeit größer sein als beispielsweise das Sofa, das drauf steht.
Bedeutet: rechts und links sollte noch Teppich sichtbar sein.

Ist das nicht möglich, versuche das Arrangement möglichst gewollt aussehen zu lassen.
Sofa und Sessel sollten gleich weit auf dem Teppich stehen oder gleich weit davon entfernt.
Ungleichverteilung wirkt immer störend.

How To Series: Area Rug Placement - This all comes down to choosing the correct size when purchasing a rug.  by Burplap & Lace


15. Versuch es immer zuerst mit Symmetrie.

Also: rechts UND links vom Sofa einen Beistelltisch.
Kissen mittig oder zu beiden Seiten.
Zwei Lampen statt einer.
Sollte Symmetrie nicht aussehen, bleibt dir ja immer noch die Asymmetrie.
Aber versuche es erst mit Symmetrie.
Sie beruhigt das Auge.

Papyrus Home Design: Chic living room with multiple sitting areas. Global Views Fluted Wide 6 Light Pendant, ...


16. Hab Mut zur Asymmetrie.

Wenn die Symmetrie versagt oder langweilt, wird es spannend.
Asymmetrie ist ein klassisches Stilmittel, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Große und kleine Gegenstände nebeneinander, verschiedene Materialien, Formen und Farben.
So sehr die Symmetrie gerade Anzahlen liebt, so sehr liebt die Asymmetrie ungerade Zahlen.
Blumen beispielsweise sollten GRUNDSÄTZLICH in ungerader Anzahl arrangiert werden.
So hat jeder Blütenkopf einen Platz.

Für Vignetten, also Stillleben, die nicht von Symmetrie leben, mindestens 3 Gegenstände unterschiedlicher Form, Farbe und Größe wählen.

This looks like a non-grandma way of using vintage dishes

17. Pflanzen nutzen.

Pflanzen bringen Leben in die Wohnung, schaffen ein gutes Raumklima, entspannen durch das Grün die Augen und sehen super aus.
In Stillleben sind sie echte Raketen.
Wer keine lebendigen Pflanzen mag, kann sich an trockenen Zweigen versuchen.


18. Achte auf die Raumnutzung.

Nichts ist umständlicher, als lange, verschlungene Wege durch Zimmer, die man häufig durchquert.
So aufregend (und gutaussehend) es ist, Möbel IN den Raum zu stellen, statt immer an der Wand lang - nie sollte ein Möbelstück dich zwingen, einen Umweg zu gehen.


19. Wähle passende Bilder.

Bilder sind allzu oft:
- zu tief gehängt
- zu hoch gehängt
- zu klein für die Wand und die umgebenden Möbel
- zu groß für die Wand und die umgebenden Möbel
- unpassend vom Motiv oder den Farben
- in umpassende Rahmen gehängt
- nicht im Einklang mit der Funktion des Raumes gewählt.

Ein paar Beispiele:
Im Eingangsbereich macht sich eine Fotosammlung von Familienausflügen besser als im Bad.
Bilder, die alleine Hängen, sollten groß genug sein, um diese herausragende Position auch zu meistern (natürlich kann ein sehr kleines Bild an einer großen Wand auch spannend wirken. Das ist aber nicht selbstverständlich der Fall).

Sind dir keine großen Bilder zur Hand, kombiniere mehrere kleine.
Toll ist die Petersburger Hängung, die streng oder frei gestaltet werden kann.

https://www.westwing.de/magazin/app/uploads/de/2015/02/living4media_11042017_Resize.jpg


http://media.tumblr.com/tumblr_lrf9ysXccw1qlrptv.png 

http://blog.ernstings-family.com/wp-content/uploads/2014/08/Fotolia_33843352_M_beschnitten.jpg


20. Geh in die Luft.

Nutze unbedingt die Höhe eines Raumes aus, gerade wenn er klein ist.
Stelle schlanke Regale auf.
Lasse Pflanzen in Macrames von der Decke hängen.
Suche hübsche Mobiles.
Hänge eine Hängematte auf, statt einen Sessel zu stellen.

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´How To DIY A Tiny Space — For Big Results #refinery29  http://www.refinery29.com/small-san-francisco-apartment#slide11  Ignore Indoor/Outdoor Rules "Who said swings were for outdoor use only? This swing from Gravel  Gold is a great spot for some magazine reading and, when the sun hits, napping.  Challenging the conventional use of items is always a DO!" 

Und vor allem:
Hab Spaß! 



Da dieser Post der erste seiner Art ist, wüsste ich besonders gern, wie er euch gefällt.
Mögt ihr Weisheiten dieser Art künftig gern mehr hören? (ich hätte da noch ein paar mehr zum Thema...) oder ist dieses eine Mal genug?