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Dienstag, 6. September 2016

...läuft.

Freunde von uns sind Triathleten und ich bewundere das.
Von ihnen erhielt ich neulich diese Buchempfehlung:

 

 Alter Falter, was soll man da sagen?
Es gibt Leute, die sind echt krass.
Sowas von krass.

Laufen in ihrer Freizeit - ZUM SPAß - 160km.
Am Stück.
Ältere Läufer sind dabei besser, als Jüngere.
Frauen holen den üblichen Geschlechterunterschied zu den Männern auf und konkurrieren direkt mit ihnen.
Und das Volk der Tarahumara läuft diese Strecken in Sandalen.
Verkehrte Welt, so scheint es.

Ich lese das alles und meine Füße kribbeln. Sie wollen loslaufen. Barfuß.
Nicht unbedingt 160km - aber eine Strecke.

Ich gehe so mit der Aussage des Buches:
Wir sind zum Laufen geboren.

Sollten wir das nicht alle wieder öfter tun?
Eine dieser Ultralangläuferinnen joggt jeden Tag zur Arbeit und zurück - 15km pro Strecke (, weil sie heftig krass drauf ist, ist das natürlich nur das Aufwärmtraining. Am Wochenende läuft sie nebenbei und UM SICH ZU BELOHNEN gerne mal 85km...).
Zur Arbeit Laufen - das wär doch was!

Da das Babymädchen so ungern im Kinderwagen liegt, ist an Laufen vormittags grad nicht zu denken. Dafür gehe ich Nordic Walken. Heute wollte ich kneifen, weil erkältet. Dann sah ich das Buch auf der Kommode liegen und dachte:

"Reiß dich zusammen! Die laufen mit Blutblasen und in dunkelster Nacht nur mit Taschenlampe quer durch die Wildnis - da wirst du ja wohl mit einem Schnuppen bei Tag und mit Stöcken ausgerüstet 6km Walken können".

Und siehe da: es war wundervoll!

Zuvor war ich schlapp und schniefte vor mich hin. Heim kam ich voller Energie und mit freier Nase.
Wir sind zum Laufen gemacht, Mann.

Gehen wir los!

Freitag, 13. Mai 2016

Schwangerschaftsansprachen

Dass ich schwanger bin, ist seit längerer Zeit nicht zu übersehen.
Denn 1. ist die Schwangerschaft mittlerweile weit fortgeschritten und 2. bekomme ich mein zweites Kind und - ja! meine Gebärmutter weiß, was ihr Job ist und macht ordentlich Platz für den kleinen Bewohner.

In der Schwangerschaft mit Iko hielten sich die Bauch-Kommentare im Rahmen, vielleicht gab es gelegentlich die ein oder andere doofe Ansprache, aber das ist irgendwie nicht so zu mir vorgedrungen. Ich erinnere mich noch, wie ich damals im Internet zufällig auf dieses Bild stieß:

When Is It Okay To Ask A Woman If She Is Pregnant? LOL! So true! #pregnantwoman #pregnancyetiquette #howtotalktopregnantwoman:  

Ich fand es ganz lustig, aber auch etwas übertrieben.
Was ist schon dabei, gefragt zu werden, ob man Schwanger sei? - Dachte ich.

In dieser Schwangerschaft geht es mir ganz anders mit den Kommentaren.
Vermutlich liegt das daran, dass ich jetzt als Angestellte arbeite und täglich mit vielen vielen Menschen eng zusammen arbeite. In meiner freiberuflichen Tätigkeit mit Iko hatte ich eher lose Kontakte und die Gespräche mit Klienten und Auftraggebern blieben sehr an der Oberfläche.

Im Moment vergeht kein Tag, an dem ich nicht aufgefordert werde, in ein bestimmtes Büro zu "rollen" oder gefragt werde, ob ich mich mal "vorbeikugeln" könnte.
Ich werde darauf angesprochen, dass ich ja nicht mehr so spritzig schnell gehen würde wie sonst und immer Montags erhalte ich abschätzende Blicke verbunden mit sehr weisen Kommentaren wie:
"Der Bauch wird ja auch immer größer!" (Ach was! Woran kann das nur liegen??)
"Wann ist nochmal der Termin?"
"Bist du sicher, dass das Baby nicht gleich kommt?"
"Gut, dass Herr/Frau XY da ist. Der/die kennt sich aus, für den Fall, dass bei Ihnen gleich die Wehen losgehen."

Gerne werden auch Outfits meine kommentiert
("Die Tunika trägt aber ganz schön auf!" / "In Streifen wirkt der Bauch ja NOCH größer!").

Den Vogel abgeschossen hat aber heute eine Dame, die ich auf einer Konferenz traf.
Ich wartete noch in einer Gruppe stehend auf eine Kollegin, damit wir gemeinsam aufbrechen könnten. Besagte Dame kam auf mich zu und fragte: "Du bist doch schwanger und hast nicht einfach nur 15 Kilo zugenommen oder?" Ich war sprachlos und bejahte ersteres.
"Na dann herzlichen Glückwunsch schon mal. Hast du das eigentlich mit dem Auftraggeber abgeklärt? Ich meine, sind die damit einverstanden? Es ist ja gegen das Konzept, dass unsere Teilnehmer den Pädagogen wechseln müssen. Was passiert denn jetzt mit deinen Teilnehmern?"

"Also, ich hatte nicht vor, die mit in den Kreißsaal zu nehmen", antwortete ich und erläuterte, dass zwei Kollegen meine Teilnehmer übernehmen würden.
Mal ehrlich: IST DAS ZU GLAUBEN?!?!

Vielleicht hätte ich noch ergänzen sollen: "Also eine Schwangerschaft in unserer Position geht nur mit Ausnahmeregelung. Du musst erst einen Antrag stellen. Das ist das Formular "S-ok?", zu finden im System unter "Bitte-Bitte". Die Bearbeitung dauert in der Regel etwa 6 Monate. Wenn es dann gerade mit den Teilnehmerzahlen passt und du dich immer vorbildlich verhalten hast, bekommst du eine Ausnahmeregelung unter Vorbehalt, die für 2 Monate gilt, innerhalb derer du dann schwanger werden darfst...
Irgendsowas in der Art.

Als ich hinterher mit meinen Kollegen darüber sprach waren wir uns alle einig, dass wir kaum glauben konnten, dass alle diese Fragen völlig ernst gemeint waren.

Ehrlich. ich zähle die Tage (es sind nur noch 6!!), bis mein Urlaub beginnt, an den sich lückenlos der Mutterschutz anschließt, einfach weil ich diese Kommentare nicht mehr hören kann. Sie kommen mir auf beiden Seiten zu den Ohren heraus, denn ich finde sie weder nett, noch mitfühlend, noch interessiert, noch positiv und sowieso in keiner Weise hilfreich.

Unschwangere Menschen sprechen wir in der Regel nicht ständig auf ihre Körperform an - es sei denn sie haben krass abgenommen und wir kennen den Menschen gut genug, um vermuten zu können, dass dieser Gewichtsverlust geplant und somit ein toller Erfolg war.
Unschwangere Menschen lassen wir in Ruhe. Wir sagen ihnen auch nicht, wann welche Klamotten auftragen, wohl aber, wenn wir finden, dass sie toll aussehen.

Und vor allem: Unschwangeren Menschen lassen wir in der Regel ihre Privatsphäre.
Wir kommentieren nicht ihr Lauftempo und die Art, wie sie gehen, wir lassen sie einfach Laufen.

Aber kaum trägt eine Frau ein Kind unterm Herzen, gelten alle diese Umgangsformen nicht mehr.
Da darf gefeuert werden, was das Zeug hält - der Bauch ist ja einfach eine so einladende Zielscheibe!

Ich habe das Gefühl, als Schwangere zeitweise für ein grünes Männchen gehalten zu werden. Ihr wisst schon - unbekannte Lebensformen, Marsmenschen zu Besuch auf der Erde in unbekannter Mission.
Schwangerschaft ist ein Sonderfall, kein normales Erscheinungsbild mehr.
Das überfordert die Leute, damit werden sie nicht fertig.
- jedenfalls kommt es mir so vor und das finde ich bedauerlich.

Gerne möchte ich daher fordern: Bekommt mehr Babys, damit Schwangerschaft wieder als normal angesehen wird.

Da das aber nicht geht, so wünschte ich mir doch wenigstens mehr Feingefühl im Umgang miteinander. Weniger Impertinenz (meint: weniger Unverschämtheit/Frechheit) und mehr höfliche Zurückhaltung.

Und wer sich nicht sicher ist, ob er jetzt was sagen darf oder nicht - im Zweifelsfall:

https://erzaehlmirnix.files.wordpress.com/2012/06/einfach-mal-die-kresse-halten.jpg

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Zähneputzen

Zähne putzen, Zähne putzen, das kann jedes Kind.
Zähne putzen, Zähne putzen, bis sie sauber sind...
habe ich Iko noch vor ein paar Monaten fröhlich vorgesungen, während ich mit einer Fingerzahnbürste seine zarten Zahnspitzchen putzte.

Aus den Spitzchen sind mittlerweile 12 stattliche Milchzähne geworden, aus der Fingerzahnbürste eine Kinderzahnbürste und mein Kind - das hat die Botschaft des Liedes SEHR wörtlich genommen und besteht partout darauf, selbst seine Zähne zu putzen seine Zahnpasta von der Bürste zu nuckeln.
Meine Versuche, seine Beißer nachzuputzen enden jedem Abend in einem großen Drama mit unglücklichem (und erstaunlich kräftigem!!) Kind gegen ratlose Mama.

Ich komme mir schrecklich vor, wenn ich mit Kraft versuche, die Bürste in seinen Mund zu befördern.
Da er diesen massiven Eingriff in seine Privatsphäre natürlich nicht tatenlos hinnimmt und sich nach Leibeskräften wehrt, stößt die Bürste nicht selten unsanft an seinen Gaumen.
Ich setzte mich also nicht nur über seinen Willen hinweg, sondern verletze ihn auch noch.
Und da ist ein Punkt erreicht, an dem ich absolut nicht bereit bin, weiter zu gehen.

JA, ich wünsche meinem Kind gesunde Zähne und will ihm daher den Wert und an die Routine des Zähneputzens vermitteln und gewöhnen.
Aber auf keinen Fall darf das mit Schmerzen und dem Gefühl von Ohnmacht verbunden sein.


Wir brauchten eine andere Lösung.
J geht das Thema gelassener an und sagt: "Die Milchzähne sind dafür da, sich auszuprobieren.
Lass ihn doch selber putzen und sobald wir mit ihm sprechen können, versuchen wir spielerisch, ihm zu zeigen, wie Zähneputzen geht."
Das klang gut, kam mir aber zu wenig, zu einfach vor.
Ich las und las und las, was bei anderen hilft.
Elektrische Zahnbürsten (findet Iko sicher toll. Wird aber trotzdem nicht dulden, dass ICH sein neues Lieblingsspielzeug in der Hand und in seinem Mund nutze und nicht ER). Lieder singen (bei uns keine Hilfe mehr *seufz*). Gegenseitig Zähneputzen (bedeutet bei Iko: Ich putze Mamas Zähne. Und meine.) Fast alle Kinder, bei denen das Zähneputzen schwierig war, waren über 2 Jahre alt. Viele 3 oder 4. Denen kann man natürlich toll den Wert des Zähneputzens erklären oder vereinbaren, dass keine Zähne geputzt werden müssen, wenn das Kind keine Lebensmittel isst, die Karies verursachen können. Für einen 15 Monate alten kleinen Jungen ist das noch nicht so die Hammer-Option (die behalte ich aber im Hinterkopf, für alle Fälle).

Im Moment freut er sich noch, wenn wir ihn fragen, ob er Zähneputzen will.
Er liebt seine Zahnbürste über alles und mag sie nicht mehr hergeben, sobald er sie mal in der Hand hält. Und ich wünsche mir, dass das so bleibt. Einfach weil ich auch gerne meine Zähne putze (echt wahr!) und meine Eltern es respektiert haben, als ich selbst putzen wollte, weil ich der Meinung war, ich könnte das besser (und vor allem für mich schmerzarmer!) als sie (und damit hatte ich auch Recht).
Daher habe ich den Versuch gestartet, Iko wirklich selbst seine Zähne putzen zu lassen.
Morgens setzt sich J mit ihm hin, gibt ihm seine Zahnbürste und putzt selbst seine Zähne und abends mache ich das Gleiche. Lernen am Modell und so.
Kind: überglücklich.
Mama: basserstaunt (und entspannt!), weil Kind fröhlich minutenlang mit der Bürste im Mund fuhrwerkt (reicht locker noch für Abschminken, nachdem meine Zähne geputzt sind), mir dann die Bürste entgegenstreckt und wir sie gemeinsam abspülen und wegstellen.

Sicher - richtiges Putzen ist das nicht.
Aber ich finde, J hat irgendwie Recht: die Milchzähne sind zum Ausprobieren da.
Da macht es doch Sinn, Iko jetzt nach Herzenslust Putzen üben zu lassen.
Denn wenn dann die bleibenden Zähne kommen, ist er längst ein Profi.

Und wie war/ist das mit deinem Kind?

Sonntag, 4. Oktober 2015

Bodenschätze

Ein knöriges Kind am späten Nachmittag kann ja so ein Segen sein.
In Ermangelung anderer Ideen zogen wir also in den Garten, in der Hoffnung, dem Spatz über Sandburgen und Baggermatsch etwas gute Laune entlocken zu können (der Plan ging auf).

Nebenbei ergab sich dann aber noch eine ungeplante Ernte mit unerwrteten Ausmaßen.
Ich begann mit den Mini-Zucchini, die in unserem Schattengarten seit WOCHEN partout nicht weiterwachsen wollen und langsam aber sicher das Interesse von Schnecken und anderen Leckermäulern wecken.

Dann wollte ich nur mal kurz nach den Kartoffeln sehen.
In kürzerster Zeit waren meine Hände rabenschwarz und unter den Fingernägeln machte sich eine fröhliche Dreckansammlung breit (Tolles Gefühl. Wo ist man sonst so lebendig, wie im Dreck? Vielleicht war ich in meinem früheren Leben ein Schwein? So eins von der Sorte mit diesem entzückend gelockten Fell? Eine kleine Stimme in mir ruft im Garten jedenfalls immer: Oh ja! Dreck! Toll! Hinein mit dir und schön drin wälzen!...)
Wo war ich?

Also Hände dreckig und Eimer randvoll. Yay!
Derweil kam J auf die Idee, man könne ja auch mal die zahlreichen Mirabellen in Reichweite pflücken - und schwupps war der nächste Eimer voll.


Stolz wie Oskar kehrten wir mit besänftigtem Kind und fetter Beute in die Wohnung zurück.
Heute heißt es daher Marmelade einkochen und Kartoffeln schälen.

Es gibt doch (fast) nichts Besseres als ein eigenes kleines Fleckchen Grün!

Mittwoch, 30. September 2015

befreiend wenig

Am Wochenende kam ich nicht dazu, heute aber fand ich ein paar ruhige Minuten, um meinem Kleiderschrank auf die Pelle zu rücken.

Die 37 schwirrte in meinem Kopf herum und ich war gespannt, auf welche Zahl ich wohl käme, sobald ich die Überfluss-Spreu vom Kleider-Weizen getrennt hätte.

Noch ist nicht alles Weizen, aber ich wollte ich auch nicht vorschnell von Dingen trennen, die ich hinterher dann doch vermisse.


Zur Orientierung:
Links 3 Blazer, von denen mindestens einer überflüssig ist.
Daneben 5 Hosen. 2 davon schon bald zu kalt für die frischeren Herbstwinde - da muss noch was dazu. Im gezackten Bastkorb meine Schals. Zuunterst liegen ein paar Schals, die für mich einen emotionalen Wert haben, weil ich sie zu besonderen Anlässen getragen habe oder sie von einem geliebten Menschen geschenkt bekam, aktuell aber nicht mehr trage.
In Gebrauch sind aktuell 4 Schals.

In der mittleren Kiste sind Strumpfhosen, die ich gar nicht erst zählen will. Es ist mir ein Rätsel, wo die alle herkommen. Und: Dieser Haufen ist der Rest - eine mindestens 2x so große Menge habe ich aussortiert. Vielleicht ist das die alte kleine Ballerina in mir, die sicher gehen will, dass sie zu jedem Tutu die passende Strumpfhose hat...?

Unten im Fach liegen Sport- und Schlumperhosen, dahinter 4 Langarmshirts.

Die beiden schwarzen Kisten rechts unten sind mein Lager und beherbergen Wahlweise Sommer- oder Wintergarderobe sowie Schlafanzüge.
Mitte: Unterwäsche und Socken in Kästen - was ich an Strumpfhosen zu viel habe fehlt mir bei den Socken. Socken kaufen ist für ich ein Angang. So sinnlos! Könnte es nicht einen ewigen Sommer für die Füße geben, sodass jeder Tag ein Ballerina-Tag ist? In den Lücken liegen 8 Tops und 7 T-Shirts.
Da lässt sich sicher noch was drehen.

Mein einziger Rock steht hinter der Kamera und hat daher noch keinen neuen Platz im Schrank.

Auf den Bügeln hängen 7 Pullis (von denen mindestens 2 überflüssig sind), 9 Blusen (auch da macht es Sinn, noch einmal ganz genau drauf zu schauen. Ich bin ziemlich sicher, dass ich manche von denen zuletzt vor 2 Jahren getragen habe...), 6 Kleider (die müssen sein. Da muss eher noch eins dazu. Und das ist auf gar keinen Fall zu viel.) und 6 Strickjacken. Wobei: 3 davon sind Ponchos, also streng genommen keine Jacken. Alle 3 trage ich gerne. Nur ob die im Winter warm genug sein werden...?

Für die Übergangsjahreszeiten habe ich 3 Paar Schuhe, ein Viertes ist auf dem Weg.
Wer mitgezählt hat weiß, dass ich die 37 überschreite - etwa um 20 Teile.
Für den Anfang finde ich das ein tolles Ergebnis.
Es ist großartig, in den aufgeräumten Schrank zu sehen und überall von Lieblingsteilen angelächelt zu werden.
Kaum hatte ich den ganzen Ballast herausgepult, stürmten zudem Ideen für Kombinationen auf mich ein, an die ich noch nie gedacht hatte.

Ich steh auf diesen Minimalismus-Trend.
Und du?
 

Samstag, 1. August 2015

nachhaltige Kindergeburtstagsgeschenke und: was wir im ersten Jahr nützlich fanden und was nicht

Salut ihr Lieben!

Langsam glätten sich die Wogen der Geburtstags- und Hochzeitswellen, die im Juli über uns schwappten.
Beim Aufräumen habe ich erst einen richtigen Überblick über die Flut an Geschenken für Iko erhalten und frage mich, wo um alles in der Welt wir diese Berge unterbringen sollen, beziehungsweise wie es überhaupt zu so viel Geschenken kommen konnte.
Schön sind sie alle - so viel steht fest.

Besonders habe ich mich über zwei Geschenke gefreut, denn sie trotzen ein wenig dem Überfluss.


Sicher kennt ihr das Prinzip und ich bin die einzige, die vorher noch nicht davon wusste.
Jedenfalls finde ich die Idee ebenso simpel, wie genial.
Ball "genäht", Öffnung freigelassen, Luftballon hineingesteckt und aufgepustet.
Anstatt den Ballon zu verknoten, wird das Ende nur verdreht und in die Lesche gesteckt.
Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das wirklich hält, aber es hält.
Spiel vorbei?
 Luft rausgelassen und beides verstaut für's nächste Mal.


 Der Kipplader stammt von Freunden, die ihn im Fairkauf entdeckten.
Iko ist begeistert, der Vorbesitzer war es ganz sicher auch und wenn Iko keine Schweinerei veranstaltet, kann es vielleicht auch noch einen glücklichen Nachbesitzer geben.
Kinderspielzeug ist so wahnsinnig teuer und ist oft viel länger schön und bespielbar, als ein Kind Lust daran hat.


NOCH spannender, als das neue Spielzeug war aber natürlich der Spielschrank der Großen (Ja. Unsere Spiele stehen im Küchenschrank. Und nein: Die Küchensachen stehen nicht in einem anderen Zimmer. Wir haben irgendwie zu wenig, um damit eine ganze Küche zu füllen).


 Bei den Vorbereitungen war Iko übrigens ein fleißiger Helfer und hat jedes zweite Stück Melone zur Sicherheit vorgekostet.


Ich hatte ja immer den Plan, dass sobald er stehen kann, wir so einen tollen Küchenturm bauen, damit er zuschauen und helfen kann.
Wie sich herausstellt, genügt ein Stuhl und ein wenig Vorsicht auf Seiten der Erwachsenen.
Und damit kommen wir zum 2. Thema:
Was fanden wir im ersten Babyjahr nützlich und was überflüssig?


Überflüssig:

1. Babybadewanne / Badeimer.
Zugegeben: wir hatten beides. Praktisch war keins davon. Schnell sind wir daher auf die Duschwanne umgestiegen und damit sehr happy. Duschen macht Baby übrigens genauso sauber, wie Erwachsene^^.

2. Babybett
WIEBITTE??? Denken vielleicht manche von euch.
Iko hat, wie ihr bereits wisst, vom ersten Tag an, wie vor ihm hunderttausende Kinder in der Menschheitsgeschichte, neben uns geschlafen.
Die Kinder von den Eltern getrennt Schlafen zu lassen ist eine Mode. Und keine besonders Gute.
Es gibt nichts Schöneres, als neben ihm zu liegen und ihn jederzeit Kuscheln zu können und ich denke gar nicht daran, ihn eher aus dem Bett zu vertreiben, als bis zu dem Tag, an dem er sein eigenes Bett einfordert. Babys (und Kleinkinder!) sehnen sich nach dem Schutz, der Nähe und Geborgenheit der Eltern, Sie wollen sie jederzeit riechen, fühlen und - wenigstens die Mamabrust - schmecken können. In diesem Bedürfnis ist kein Platz für räumliche Distanz.

3. Babywippe / Babyhängematte usw.
Wippen aller Art ahmen lediglich mehr oder inder gut nach, was das Baby als weitere Grunderwartung an die Welt stellt:
Eingekuschelt getragen und geschuckelt sein.
Und - Überraschung! Dafür haben wir Menschen zwei Arme, eine Brust und einen starken Rücken.
Ausgerüstet mit Tragetuch oder Trage lässt sich der Babyalltag bequem bestreiten. Nebenbei klappen auch lästige Dinge wie Hausputz und Einkauf einwandfrei.

4. Laufstall
Solltest du gerade überlegen, ob du einen Laufstall anschaffen sollst oder nicht:
Tu es nicht!
Du sperrst dein Baby damit ein wie ein Haustier.
Und das ist beinahe alles, was sich dazu sagen lässt.
Arbeite lieber nach dem Prinzip der "Vorbereiteten Umgebung".
Robbe durch die Wohnung und versuche Gefahrenquellen in dieser Höhe zu finden.
Die kannst du sichern oder entfernen.
Und schon kann sich dein Baby frei in der Wohnung bewegen - was es unbedingt will, denn es will so sein wie du und du darfst ja überall hinlaufen.
Richte unbedingt auch Schubladen ein, die ungesichert sind und die dein Spatz aufziehen darf, um sie auszuräumen und mit eigenen Schätzen zu füllen.
Du tust dir damit selbst einen Gefallen, wenn du diese frühen Ordnungs- und Aufräumversuche unterstützt, denn dann wird später das Kinderzimmeraufräumen viel seltener zum Krampf.

5. Breigläschen
Absolut überflüssig.
Denk lieber ein wenig nach, was du für dich selbst kochen kannst, das dein Baby auch essen kann.
Oder koche einfach eine große Ladung Babybrei vor und friere ihn ein.
Babys finden es gar nicht schlimm, wenn sie vier Tage in Folge Mittags das selbe essen und du kannst auf diese Weise super feststellen, was dein Liebstes verträgt und was nicht.

6. viele Spielzeuge und Klamotten
Aus den ersten Größen wachsen die Spätze ja eh schnell raus.
Statt den ganzen Kleiderschrank damit zu füllen, lieber weniger haben und einmal mehr waschen.
Ähnliches gilt für Spielzeug.
Babys wollen die Welt entdecken.
Spannend sind daher alle Alltagsgegenstände.
Und daraus ergeben sich spannende Spielzeuge!
Eine Zeit lang war Ikos liebstes Spielzeug ein Bratenwender... Da wäre ich NIE drauf gekommen, dass der ein tolles Spielzeug sein könnte!

7. Kinderwagen
Zugegeben: Wir nutzen unseren ab und an.
Aber viel zu selten, als dass sich seine Anschaffung gelohnt hätte.
Ich betone es noch einmal: Trage dein Baby! Dein Rücken gewöhnt sich an das Gewicht!
Und was die Steinzeitmamas konnten, das sollten wir - wenigstens im ersten Lebensjahr - auch können.

8. Wickeltisch
Zum Wickeln genügt der Platz auf einer Kommode, die du später noch für Spielzeuge und Kleidung verwenden kannst.
Einfach eine große Platte draufschrauben und los geht der Spaß.

9. Wickeltaschen
Praktischer und Rückenfreundlicher (!!!!) ist dein Rucksack.

10. Babybesteck
Deine Kuchengabeln und Teelöffel tun's auch.
Du hast Angst, dass sich dein Baby verletzt? 
Beobachte es mal genau.
Lass es Dinge ausprobieren, von denen du fürchtest, es könnte sich verletzen.
Schnell wirst du dein Kind bewundern, wie vorsichtig es ist und bemerken, dass es sich nicht selbst verletzt.


Großartig und nützlich waren für uns folgende Dinge:

1. Pucktuch (es genügt aber eine einfache Decke!!)
Gold wert bei schreiendem Baby

2. Schnuller
Anders als unsere Verwandten die menschenaffen tragen wir unseren Nachwuchs nicht 24/7 auf dem Arm. Und ehrlich gesagt stelle ich es mir in unserer Gesellschaft schwierig vor, als Mutter ständig mit entblößter Brust herumzulaufen.
Trotzdem wollen Babys Nuckeln - und das sollte man ihnen nicht verwehren.

Wer Angst vor schiefen Zähnen hat, der sei an den großen Eifer der Zahnärzte und Kiefernorthopäden erinnert, JEDEM Menschen eine Zahnspange anzudrehen. Geben wir ihnen Arbeit!

3. Trage und Tragetuch

4. andere Eltern
oder: Mütter brauchen Mütter! Es tut gut, sich mit Menschen zu umgeben, die die gleichen Themen haben und von ihren ideen und Lösungen zu profitieren.
Geh raus, triff dich mit anderen. Igel dich unter keinen Umständen ein!

5. Nasensauger für den Staubsauger
Die Dinger aus der Apotheke bringen's nicht.
Ältere Babys besitzen aber unerwartet viel Kraft und sind super wendig, sodass der elterliche Entschnodderungsversuche geschickt unterbunden werden kann!^^

6. Spuckfreundliche Teppiche
Nichts ist anstrengender, als ständig zu fürchten, das eigene Kind könnte irgendwo Flecken hinterlassen. Teppiche, die sich leicht reinigen lassen oder auf denen Flecken schwer zu sehen sind, schaffen da Erleichterung.

7. Abwaschbare Hochstuhlunterlage
Mit so einem tollen Teil steht der ganzkörperbreierkundung nur noch der elterliche Unwille im Weg! :-D

8. Matratzen auf dem Boden
Mit Lattenrost drunter der perfekte Ort zum Kuscheln und für den Mittagsschlaf (und später recyclebar für das Kinderbett)

9. Fahrradkindersitz
Soooooo viel Beweglichkeit!
Auch wenn der Hype die Anschaffung eines Kinderfahrradanhängers verlangt: tu es nicht, so lange dein Baby nicht spricht.
Du bist weit weg von ihm und es sieht im Straßenverkehr vielleicht Dinge, die ihm Angst machen.
Studien zeigen, dass Kinder, denen der Haut- und möglichst sogar Blickkontakt zu den Eltern möglich ist, deutlich entspannter sind und weniger weinen.
Also: Stress dein Kind nicht unnötig!!

10. Babyschwimmen
Gut für die körperliche Entwicklung.
Wassergewöhnung.
Verminderung der Gefahr zu ertrinken.
Liebe liebe Eltern.
Eine halbe Stunde, in der du unter Anleitung dein Kind beobachten kannst.

Und jetzt bin ich gespannt:
Was fandest du hilfreich im ersten Babyjahr und was nicht?

Sonntag, 26. Juli 2015

Mein erstes Jahr als Kaiserin

Heute vor einem Jahr erfüllte sich mein größter Traum.
Heute vor einem Jahr erfüllte sich ein großer Albtraum.

Seit einem Jahr bin ich die glücklichste Mutter des entzückendsten kleinen Jungen, der mit hat geboren werden können.

Seit einem Jahr bin ich ungewollte Kaiserin.

Wie habe ich diesen Schnitt gefürchtet.
Verteufelt.
Versucht, in der Schwangerschaft ALLES dafür zu tun, ihm zu entgehen.

Iko's Geburt war über 22 der insgesamt 23 Stunden eine schöne.
Am Vorabend - wir hatten kurz zuvor meine Eltern verabschiedet, die mit uns den Geburtstag meiner Mutter gefeiert hatten - löste sich der Schleimpfropf.
Kaum 2 Stunden später begannen die Wehen.

Ich war euphorisch.

Atmete, ging, stand immer mal wieder unter der Dusche.
Es war eine großartige, schöne Nacht mit stärker werdenden Wehen.
Ich spürte, wie Iko sich mit den Füßen abdrückte, hinaus wollte mit jeder Wehe.
In diesen Stunden fülten J. und ich uns zum ersten Mal greifbar als 3.
In diesen Stunden wurden wir eine Familie.

Am Morgen stellte meine Hebamme fest, dass der Muttermund nur 0,5cm geöffnet war.
- Deprimierend! Hatte ich doch mit 4 oder 5 cm gerechnet.

Ich wehte mich durch den Tag.
Es war heiß.
Ich war sooo müde.
Und ich hatte das Gefühl, es ging nicht voran.
Die Wehen kamen und gingen, doch sie brachten mir nicht mein Kind.

Am Nachmittag (Muttermund 1cm nach 17 Stunden) suchte ich meinen Belegarzt auf.
Und er bestürmte mich mit schlimmen Worten.

Geburtsstillstand.
Kein Fruchtwasser (ich hatte aber keinen Blasensprung gehabt).
Großes Kind.
Unterversorgtes Kind.
Schlechte Herztöne.
Kaiserschnitt.

"Bitte kommen Sie in einer Stunde ins Krankenhaus, damit wir operieren können".

Nebel. Tränen. Das Gefühl, keine Luft zu bekommen.
Ich war paralysiert.
Das konnte, durfte nicht sein.
Ich fühlte mich so hilflos.
Gab es keinen anderen Weg?
Warum hatte er mir keinen Wehenhemmer gegeben, bevor er mich zum Sachenpacken heim schickte?
Diese Wehen!!
Verdammt noch mal.

J. war das Hirn.
Ich lief - ganz Körper - nebenher.
Er brachte mich ins Krankenhaus.
Alle hatten 1.000 Fragen.

"Was möchten Sie zum Frühstück essen?", fragte mich eine Schwester und verlangte eine Aufzählung.
"Sie meinen, nachdem Sie mir den Bauch aufreißen und mein Kind gewaltsam aus mir zerren??", hätte ich am liebsten gerufen.
Doch ich antwortete brav. Machte mit. Funktionnierte.
Und dann der nächste Schlag.

"Haben Sie etwa Wehen????", fragt mich der Narkosearzt geschockt.
Ich bejahe und frage mich, was das denn bitte für eine blöde Frage ist.
"Nee, wissen Sie, den dicken Bauch habe ich, weil ich gestern Abend einen Luftballon verschluckt habe und der Arzt eben meinte, der müsste wohl besser raus..."
Er rät mir zu einer Vollnarkose, es sei denn ich könnte garantieren, selbst unter einer Wehe vollkommen still zu sitzen.
Ich werde von einer Wehe überrollt und kann mir nicht im entferntesten vorstellen, wie stillsitzen geheh soll.
Unter Tränen stimme ich der Vollnarkose zu.
Rasur.
Blasenkatheter.
Ich hiefe mich auf den Op-Tisch.
Man desinfiziert meinen Bauch und wischt ihn mit einer Art Scheibenwischer ab.
Ich witzele darüber mit dem OP-Team.
Alles scheint wie im Film.
Das ist unmöglich die Realität.

"Es könnte sein, dass Ihnen gleich etwas schwindelig wird und sich ihre Sicht dreht".
Na vielen Dank. Das möchte ich gar nicht sehen.
Ich schließe die Augen.
Es ist Nacht.

___________________________________


Ich sehe verschwommen.
Ich höre verschwommen.
Ich bin wach, realisiere ich.
Mal fühlen, ob es weh tut.
Hmmm... geht so.

MOMENT.

WO IST IKO???
J. tritt zu mir ans Bett.
In seinem Arm ein Bündel.

Iko scheint zu leben, denn er schreit.
Ich bin unendlich traurig.
"Wie schwer ist er?", flüstere ich.
"Wie groß ist er?"
J. meint, das hätte ich etwa 10x gefragt.
Direkt hintereinander.
 Ich kann mir seine Antwort einfach nicht merken.
Ich weine.
Ich fühle mich so schwach.
Ich kann mein Kind nicht richtig sehen.
Ich kann ihn nicht halten, weil meine Arme nicht machen, was ich will.

Wir haben ein Familienzimmer.
Die Schwestern betten Iko direkt zwischen uns.
Für unser Familienbett haben sie zwei Krankenhausbetten zusammengeschoben.

Zum ersten Mal kann ich ihn besser sehen.
Er liegt links von mir.
Ich muss ihn die ganze Zeit ansehen.
Am nächsten Morgen habe ich einen steifen Hals.

Morgens um 8 fordern mich die Schwestern auf, aufzustehen.
Ich fühle mich wie 125.
Noch nie war es so schwer und schmerzhaft, zu gehen.
Ich habe Angst, dass die Narbe aufreißt und meine Därme auf den Boden fallen.
Alles fühlt sich so unzuverlässig an.
Ich fordere, dass man mir den blöden Blasenkatheter abnimmt und will keine Schmerzmittel mehr.

Zwei Tage später sehe ich Iko zum ersten Mal nackt.
Ich bin unendlich traurig.
So hätte ich ihn sofort sehen müssen.
Für immer sind mir seine ersten Minuten auf dieser Welt entgangen.
Sein erster Atemzug.
Sein erster Schrei.
Sein erster Blick.

Zwei Tage später bestehe ich darauf, entlassen zu werden.
Mit jedem Tag kann ich mich besser bewegen.
Wir haben Schwierigkeiten mit dem Stillen.
Nach 2,3 Wochen haben wir es aber beide gelernt.

Ich pflege meine Narbe akribisch.
Und weine jeden Tag bei ihrem Anblick.

Ich bin wütend.
"Der Schnitt war unnötig!!", ruft eine garstige Stimme in meinem Kopf.
Ich lese und lese und lese über Kaiserschnitte.
Über negative Auswirkungen für das Kind.
Für die Mutter.

J. ist besorgt.
Wir sprechen viel, doch nichts kann mich trösten.
Die Monate gehen ins Land.
Die Narbe wird schmaler und blasser.
Ich beginne, meinem Körper wieder zu vertrauen.

Eines Tages habe ich genug von meiner Wut.
Genug von meinem Hardern mit dem Schicksal.
Ich mache einen Termin mit einer Transaktionsanalytikerin, die ich seit Jahren kenne.

Ich will den Kaiserschnitt willkommen heißen.
Ich will ihn als Ressource sehen können.
Ich will, dass er zu mir gehört.

Wir arbeiten.
Es ist anstrengend.

Neue Gedanken kommen ans Licht.
Das, was ich erlebt habe, war nicht mein Wunsch.
ABER: es war auch nicht MEINE Geburt!
Ich war nur das Instrument.
Das, was ich erleben durfte, was IKO's Geburt.
Und er ist auf SEINE Weise in diese Welt gekommen.
Ihm geht es gut damit.
Warum also sollte es mir damit schlecht gehen?

Ein Jahr ist vergangen.
Meine Narben sind verblasst.
Der Schmerz ist abgeklungen.
Seit einem Jahr bin ich Kaiserin.

Und die glücklichste Mutter der Welt.



Sollte es dir ähnlich gehen mit deinem Gebärerlebnis:
Nimm dir Zeit, zu Trauern.
In unserer Gesellschaft tun wir das viel zu wenig.
So schnell sprechen wir von Depression.
Hör auf dein Gefühl.
Weine alle Tränen, die geweint werden wollen.
Suche nach Antworten für deine Fragen - auch wenn du weißt, dass sie schmerzhaft sein können.
Lebe eine Weile mit der Wut.
Und dann, wenn der Tag kommt, an dem du das alles satt hast:
MACH DICH AUF DEN WEG.
Integriere das Erlebnis.
Nimm es an als Teil von dir.
Mache deinen Frieden und finde dein Glück.

Und:
genieße dein wundervolles Kind

 

Freitag, 24. April 2015

Über die Besten

Salut ihr Lieben!

Diesen Post widme ich Alice, meiner Heldin des Tages. - Danke dir, du Liebe! <3
 Deine Nachricht hat mich voll erwischt - ungefähr so:

https://a3-images.myspacecdn.com/images02/149/0fc2838cbbcb493080c6a3ef77323687/300x300.jpg 
 (Wer das ist? Kleiner Tipp: Die Antwort ist 42... oder auch Zaphod Beeblebrox mit seiner Thinking Cap, dieses tolle Ding, wo man eine Zitrone reinsteckt, das dann aus eingerosteten grauen Zellen brilliante Ideen hervorbringt)


Für alle anderen, hier die Kurzfassung: da komme ich heute vom Pilates mit Baby (turnen müssen nur die Mamas, die Babys feuern uns an oder brauchen gaaaaaaaanz dringend, unbedingt und sofort eine Kuscheleinheit, wenn die Übungen so hart werden, dass man sie lieber nicht mitmacht, um noch einen Funken vom "ich-bin-fit"-Gefühl zu erhalten)...

Wo war ich? Genau. Ich komme also heim, schlummere selig den "ich-blogge-zur-Zeit-nicht"-Dornröschenschlaf und da kommt Alice auf ihrem schmucken Schimmel um die Ecke - oder jedenfalls ihre schmucke Mail in mein Postfach - und schreibt mir eine großartig-schöne Nachricht, die mich - ganz prinzenhaft - wachküsst.

Denn es ist ja so: das Beste am Bloggen, das sind die Leser, das seid ihr.
Jede von euch, die meinen wirren Gedankengängen und Wohnungsverschönerungsanfällen folgt.
Und vielleicht sogar einen Kommentar hinterlässt.

Leider bin ich ja schrecklich ungeduldig.
Das versperrt mir gelegentlich den Blick für die wirklich wichtigen Dinge und das, was ich direkt vor mir habe.
So dachte ich: ich muss hunderttausend Leser begeistern, superprofessionelle Fotos machen, geniale Geschichten erzählen, ein top-designtes Blog vorweisen, jeden Tag am besten zwei Mal bloggen - natürlich auf Englisch, wegen world-wide-web und so - und dann war der Blogtitel doof
und und und.
Und dann ist mir die Lust vergangen.
Denn da war dieses entzückende kleine Baby in meinem Arm, das ich zufriedenstellen konnte, indem ich es einfach gestillt oder gekuschelt habe. Das war soo viel einfacher und so süß und hat sich so unheimlich gut und richtig angefühlt!

Ich hatte neulich geschrieben, ich warte auf ein Zeichen (oder einen Arschtritt), um zu entscheiden, ob und wie ich weiter blogge.


Die Nachricht von Alice war der schönste Arschtritt, den ich je bekommen habe.

Er hat mir klar gemacht: das ist doch alles Käse!

Es genügt, wenn ich Spaß daran habe, ein paar kleine Sätze zu tippen, ganz belanglos, zu ganz alltäglichem Kram, mit ganz alltäglichen Fotos. Ohne Englisch, ohne Top-Design.

Es genügt, wenn da draußen irgendwo ein einzelner Leser sitzt, dem ich eine kleine Freude machen kann, vielleicht nicht mit jedem Post, aber ab und an.

Das tolle am Mama-sein ist, dass die Ansprüche sich verändern. Statt toll gestylt, wenigstens nicht Breibekleckert, statt gut ausgeschlafen, wenigstens nicht hundemüde und statt mega Blogger, wenigstens lückenhafte Alltagsdokumentation #neueMission!

Was erwartet uns also?

Ich glaube, der Augenschmaus, das ist ne feine Sache.
Den mach ich jetzt öfter.

Und Mama-sein. Also das bin ich ja ohnehin 24/7, nur schreibe ich da sicher mal was drüber.

Und dann gibt es ein grooooßes aufregendes neues Thema: Kyra bleibt selbstständig!
Das Neue daran: Sie nimmt die Selbstständigkeit jetzt ernst!
Im Juni geht es mit einem ersten Seminar los, das ich euch natürlich vorher vorstellen und eure Meinung hören möchte!
Das wird soooo aufregend!

Ach ja, was für ein toller Start ins Wochenende!
Arschtritte olé!

Montag, 20. Januar 2014

große Neuigkeiten und Unschlüssigkeit

Hallo ihr Lieben!

Lang ist's her und mich plagt das schlechte Gewissen, weil ich in letzter Zeit nur noch schaue, was IHR so macht, mich selbst aber in die stille Ecke verkrieche.

Was ich da mache?
Ich denke nach. Darüber, dass sich dieses Blog zu schreiben momentan so seltsam anfühlt.
Ich hab gar nicht so richtig Lust, keine Motivation, Fotos zu machen, mit denen ich dann doch nicht zufrieden bin. Habe ich eine Idee für einen Post, denke ich: "Muss man jetzt auch nicht drüber schreiben" und "Wen interessiert schon, dass unsere Spielesammlung jetzt statt im schnöden Schwedenregal in meinem geliebten Vertiko wohnt?"; "Ist das wirklich einen Post wert?".

Grundsätzlich ist es ja egal, ob das irgendwen interessiert.
Hauptsache es fühlt sich für MICH gut an, darüber zu schreiben, nech?
Und das ist eben im Moment nicht so der Fall.

Das mag vielleicht daran liegen, dass unser kleines gemütliches Leben zu zweit diesen Sommer enden wird. Denn mein Bauch beherbergt seit November ein kleines Wesen, das den Anschein macht, bleiben zu wollen.
Und das stellt meine Welt schon jetzt ziemlich auf den Kopf.
Gedanklich verabschiede ich mich aus dieser Stadt, denn sobald J. in unserer Zielstadt einen Job gefunden hat, brechen wir hier die Zelte ab. Größere und kleinere Wohnungsorgien verlieren für mich damit ihren Sinn. Warum inverstieren, wenn ich eh nicht bleibe?

Ich musste mich auch von dem Gedanken verabschieden, richtig im Berufsleben anzukommen, ehe wir eine Familie werden. Das war für mich in den letzten Monaten eine bittere Erkenntnis. Immer habe ich gedacht, ich werde so eine super selbstständige, total unabhängige Frau.
Und jetzt sitze ich hier, mit gerade erst zu erahnendem Bauch, der Abgabetermin meiner Masterarbeit jährt sich demnächst und ich habe keinen festen Job.
Und ich werde auch dieses Jahr keinen finden. Daran ist erst Mitte 2015 wieder zu denken - Lichtjahre entfernt!

Es ist schwer gewesen, mich von diesem Anspruch, den ich an mich hatte, zu verabschieden. Und von Zeit zu Zeit nagt dieser Fakt noch immer an mir.

Hinzu kommen unendlich viele neue Themen und Fragen, mit denen ich mich beschäftigen muss und will oder auf die ich eine Antwort suche.

- Wie ist das jetzt mit dem Ultraschall? Beeinflusst diese Untersuchung das Kind wirklich überhaupt nicht? Wie kommt es, dass sich da die Geister so scheiden? Und auf welche Seite um Himmels Willen soll ich mich stellen??

- Macht es Sinn, dass ich mir hier schon eine Hebamme suche, auch wenn ich hier nicht gebären werde? Und sollte ich mir hier schon einen Schwangeren-Yoga-Kurs suchen oder lieber bis nach dem Umzug warten?

- wann zum Teufel ist es sinnvoll, mit dem Tragen von Umstandsmode zu beginnen? Meine derzeitige Gummiband-Lösung ist ziemlich rutschig und nervt. Bauchbänder finde ich unbequem und durch die Umstandshosen, die ich bislang anhatte bin ich entweder durchgefallen (vor allem an den Oberschenkeln - was ist das bitte? Dick wird doch vor allem der Bauch, warum brauche ich da doppelt so große Hosenbeine??) oder ich fand sie an irgendeiner Stelle derart unbequem, dass ich sie getrost wieder an die Stange gehängt habe. Toll sind auch meine Erfahrungen mit Umstandshosen-online-shopping. Davon muss ich mich noch eine Weile erholen.

Das erste Trimester habe ich glücklicher Weise ohne größere Unbequemlichkeiten überstanden.
Wenig Übelkeit, gar kein Erbrechen, dafür aber Brustziehen deluxe, Appetitlosigkeit, Kurzatmigkeit, erhöhte Tränenproduktion und Unterleibsschmerzen durch sich dehnende Mutterbänder.
Das war ein Schock - ich hatte nie davon gehört und sonstwas gedacht, als der Schmerz da hineinfuhr.

Wie kommt es, dass von diesem (wenigstens für mich) anstrengenden "Einrichtungsprozess" der ersten Wochen (Übelkeit ausgenommen) so gut wie nie gesprochen wird?? Oder bin ich einfach nur schlecht informiert?

Wie auch immer. Trimester 1 liegt hinter uns und ich blicke gespannt dem zweiten Trimester entgegen. Von mir aus dürfte der Bauch jetzt rasant wachsen, denn bislang sehe ich doch arg nach "bisschen viel gegessen in den letzten Wochen, wa?" aus. Nicht schön. Gar nicht schön.

Und neben diesen ganzen Rund-ums-Baby-Fragen denke ich natürlich darüber nach, was das für dieses Blog bedeutet.
- Einfach weiter machen?
- Einfach ganz aufhören?
- Einfach ein neues Blog starten und die hundert-millionste Mama-Bloggerin werden?

Ich bin ratlos. Gespannt. Ungeduldig (und in dem Zusammenhang auch irgendwie genervt. Weil alles so schreeecklich langsam geht. Soo langweilig. Quengel, Quengel.). Vorfreudig. Und unentschlossen.
da muss ich wohl noch mal in meine stille Ecke und ein bisschen weiter drüber nachdenken.
Oder was meint ihr?

Dienstag, 22. Oktober 2013

Geburtstagskind

Mein liebstes Blog,

heute vor einem Jahr habe ich all meinen Mut zusammen genommen.
Ich wollte dich gern in meinem Leben haben, dachte nach über deine Farben, darüber, dass ich eine lausige Fotografin bin und suchte nach einem Namen für dich.
Und dann schrieb ich meinen ersten Beitrag.
Vieles beim Bloggen war einfacher, als ich es befürchtet hatte.

Nachdem meine Reise mit dir nun ein Jahr dauert, habe ich aber auch bemerkt, wie viel ich noch überhaupt nicht verstehe. Da gibt es sooo viel zu entdecken und zu lernen!
 In manchen Wochen bist du mir ein Buch mit sieben Siegeln und ich frage mich, ob ich es nicht einfach lassen sollte. Und dann gibt es Tage, an denen ich so erfüllt bin, weil du mir die Möglichkeit gibst, etwas Schönes zu teilen.

Gerade jetzt sehe ich vor meinem inneren Auge das Bild eines kleinen Pflänzchens.
Es hat lange geruht und Kraft gesammelt.
Es hat sich mühsam durch die Erde gekämpft, bis es zum ersten Mal einen Windhauch spührte.
Langsam, kaum merklich ist es gewachsen.
Und hat irgendwann zaghaft sein erstes Blättchen zur Sonne ausgestreckt.
Wer weiß, was dieses Pflänzchen werden will?

Ich habe im letzten Jahr jeden Millimeter deines Wachstums verfolgt und war froh und stolz über jeden noch so kleinen, zaghaften Fortschritt.
Es ist gut, dass du da bist.

Lass uns weiter wachsen.
Stück für Stück, in Richtung Glück.

Montag, 7. Oktober 2013

Dies sollte ein glückstrunkener Urlaubspost sein.

Ihr erinnert euch, mir blühte wundervolles: 10 Tage Frankreich. Höhlen besuchen. Gutes Essen genießen. Lange Wanderungen machen. Entzückende kleine Städte entdecken.
So weit die Planung. Jetzt zur Umsetzung.

Das Wetter war uns gnädig und wir konnten dem anbrechenden Herbst für ein paar weitere Sommertage entkommen. Wir genossen den kleinen Ort, die überall wildwachsenden (!!!) Feigen
-noch nie in meinem Leben habe ich soo viele Feigen gegessen g.ö.t.t.l.i.c.h.-
und erste kleine Ausflüge. Und dann kam der dritte Urlaubstag und mit ihm dieses Bild.


Kyra auf der Pont Valentré in Cahors.
Damit ist quasi ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen, denn Cahors liegt am Jakobsweg und die Pilger laufen auf ihrem Weg über ebendiese Brücke. Und da ich ganz Pilgervernarrt bin, musste ich da natürlich hin.
Was also mache ich zu einem so denkwürdigen Augenblick mit einem Handy in der Hand??
Tjaha!
 Ich stelle gerade fest, dass ich am kommenden Montag -Urlaubstag 6- ein Bewerbungsgespräch habe.

Verschieben? Unmöglich. Bewerbungsgespräch via Skype wird mir angeboten - gute Idee, nur haben wir nirgendwo die Möglichkeit, in Ruhe zu skypen, geschweige denn, selbst ein Laptop dabei.

Da stehe ich also auf der Pont Valentré, kann mein Glück noch gar nicht fassen, dass ich endlich wieder in Frankreich bin, einen Mirko-Einblick in den Weg nach Compostella erhalte und erfahre mal eben locker nebenbei, dass ich eigentlich meinen Koffer gar nicht erst hätte auspacken müssen und ich mich übermorgen schon wieder auf eine Mörderrückfahrt per Auto freuen darf. Suuuper.

Nach der ersten Freude darüber, dass ich eingeladen wurde (nebenbei: die betreffende Stelle ist eine Traumstelle), war ordentlich Druck auf dem Tränenkanal.
Ich hatte noch KEINE EINZIGE Höhlenbemalung gesehen, es gab noch soo viel zu entdecken und die ganzen tollen Feigen, die ich noch essen wollte und überhaupt - Menno!

Im Eiltempo besuchten wir also an Tag 4 einige Höhlen und erklärten unseren wundervollen Gastgebern, dass sich unser Aufenthalt bei ihnen signifikant verkürzen würde.
Wenige Stunden später passierten wir die deutsche Grenze und damit war der Urlaub offiziell beendet.

Montag fuhr ich also zum Urlaubsabbruch-Gespräch und sitze seither auf glühenden Kohlen, was mich so sehr in Anspruch genommen hat, dass ich keinen klaren Gedanken für einen Post fassen konnte.
Heute, eine Woche später, habe ich mich weitgehend an das erhöhte Stresslevel gewöhnt.

Selten einen so erholsamen Urlaub gehabt.

Samstag, 21. September 2013

Zeitreise

Morgen Nacht geht es los.
Etwas moderner und schneller als Ayla werden wir unterwegs sein, aber mit dem selben Ziel:

Allein bei dem Gedanken, ein Stück weit in diese Welt einzutauchen, werde ich ganz kribbelig.
Seht euch nur diese Bilder an!!

Von unserer - den Bildern nach zu urteilen - süßen Herberge
 http://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-s/03/e7/d8/ea/le-verger.jpg

 erreichen wir zu Fuß das Château du Théron (Waaaahnsinn!!).

Nachdem wir uns eingelebt haben, gönnen wir uns eine hoffentlich atemberaubend schöne Wanderung bei Saint Cirq-Lapopie und da bleibe ich dann und lebe fortan als Prinzessin.
Ende der Geschichte.

http://www.tourisme-midi-pyrenees.com/portals/60/st_cirq_lapopie.jpg

Am Tag darauf werden wir die Weinstraße von Cahors erkunden - mal sehen, ob ich J. davon überzeugen kann, dass er an dem Tag UNBEDINGT das Auto fahren sollte...

Und dann geht es endlich endlich zu den Highlights der Tour.
Les Combarelles, Font de Gaume und das Musée national de la Préhistoire,

Les Combarelles Ferme de Tayac
http://www.arachnis.asso.fr/Upload/Establishment/grottes-de-font-de-gaume-et-de-combarelles-1394.jpg 

wo wir unter anderem diese Schönheiten zu sehen bekommen.
Font de Gaume - Frise bisons et rennes

 Nachdem wir auf diese Weise eingestimmt sind, ist Lasccaux II an der Reihe sowie am selben Tag la Grotte de Rouffignac.
http://nagasawafamily.org/images/1105%20france%20trip/lascaux_cave_walls_national_geographic.jpg 

 http://thuleanperspectivegerman.files.wordpress.com/2013/07/lascaux_2.jpg

http://www.gitenperigord.com/IMAGES/activites-dordogne/grottes/grotte-aux-cent-mammouths.jpg

Die Wettervorhersage meint, dass wir die letzte Hitzewelle mit täglichen 30°C erwischen werden.
Wir erhalten also nicht nur Einblicke in vergangene Träume,
sondern gratis noch einen kleinen zweiten Sommer dazu.
Gut, dass unsere Herberge einen Pool hat...

Da ich nicht weiß, wie das Internet und ich uns so in Frankreich verstehen, melde ich mich hiermit bis zum 04.10. ab. Und begrüße euch dann (vorausgesetzt ich denke daran, Fotos zu machen) mit einer Bilderflut wieder hier.
Macht's mir gut bis dahin!

Dienstag, 10. September 2013

Alltagsheld

Endlich schaffe ich es wieder einmal, mich bei roboti liebt einzureihen.
Mein heutiger Held ist der Grund, warum es hier momentan so sehr still ist.
- Arbeit!!

Allzu lang musste ich nach Ende des Studiums auf einen neuen Grund für frühmorgendliches Aufstehen warten. Seit einigen Wochen bin ich nun dabei, noch nicht ganz so viel, wie ich wünschte, aber immerhin ein Anfang. In einer Maßnahme, die ich sinnvoll finde (sehr wichtig für mich). ^^

Und da jeden Freitag "Abschlussgespräche" mit meinen Teilnehmern stattfinden, die ich gerne mit einer Kleinigkeit verabschiede, ist dies hier mein Symbolbild für meinen Alltagshelden.


Und eure Helden so?

Montag, 2. September 2013

vom Leben







Ihr Lieben,

heute erreichte mich gegen Mittag die Nachricht, dass mein Patenonkel mit zwei Gehirntumoren und halbseitig gelähmt im Krankenhaus liegt.
Mehr oder minder von einem Tag auf den anderen ging gar nichts mehr.

Noch während ich das schreibe kann ich es nicht glauben und richtig verstehen.
Erst vor ein paar Wochen erhielt eine gute Freundin die Diagnose MS und meine Schwiegermutter hat sich gerade von ihrem Brustkrebs erholt.

In Situationen wie dieser denke ich unvermittelt an wundervolle Momente, die ich mit dem lieben Menschen erlebt habe. Lache in der Erinnerung an kleine Missgeschicke und bin stolz auf Geheimnisse, die mir anvertraut wurden.
Und ich bin dankbar.
Für den Einfluss, den dieser Mensch auf mich hatte in den letzten Jahren,
dafür, dass er mich geprägt hat, mich hat wachsen lassen.
Hoffe, er möge mich noch lange begleiten und versuche doch, offen zu sein für das, was kommt.




Sonntag, 4. August 2013

Just one year of love...

...is better than a lifetime alone...
Freddy hatte sowas von Recht.

Wir durften schon einige Jahre miteinander verbringen,
doch heute leben wir seit einem Jahr mit dem selben Namen.



Ich bin unendlich dankbar für jeden dieser Tage.

Freitag, 2. August 2013

Sperrmüllgeschichten

Nachdem der Liebste die Fahrräder aufgemöbelt hatte, musste ein Platz für das ausgeschlachtete Rad gefunden werden. Dafür hätte sich normalerweise prima der Keller angeboten, nur bei dem bestand leider leider das Problem, dass er bis zur Decke gut gefüllt war.
Eine Lösung musste her.
Kurz: ein Sperrmüll.

Ihr wisst ja, ich LIEBE Sperrmüll.
Einige meiner liebsten Möbel stammen von solchen Streifzügen.
Daher war ich super aufgeregt, welche Attraktivität MEIN Sperrmüllhaufen unter Begeisterten haben würde.
Gesagt, bestellt. Ein Glücksfall wollte es, dass wir binnen einer Woche einen Termin bekamen und so verbrachten J. und ich den gestrigen Abend mit Müllschleppen.
 Wie sich das gehört, fanden sich noch während wir räumten die ersten Interessenten für die ganz heiße Ware, fragten gezielt, ob es nicht hierzu noch eine Fernbedieung oder dazu das Gegenstück gäbe, ja, es war eine heitere Runde.

Wir waren hellauf begeistert von dem Ansturm und darüber, dass unser Keller 1,5 Stunden nach Beginn so aussah:


(Hässlich - ja klar - aber vor allem: leer! Was jetzt noch drin ist, gehört dem Vermieter, ist Fahrradersatzteillager oder wird für spontane Streichlaunen benötigt.)

... Und der Bürgersteig vor dem Haus so:

Rechts auf dem Bild sind schon die ersten Fremdeinwirkungen in Form zweier Koffer, diverser Teile eines alten Schranks, eines klapprigen Computertischs und eines Katzenkratzbaumes zu sehen.
Bis auf den Katzenkratzbaum hatten die Besitzer uns um Erlaubnis gebeten und angeboten, einen Teil des Sperrmüllbetrages zu zahlen, was wir ablehnten. Irgendwie war das in Ordnung.

Und so wurde es Abend.
Wir machten es uns mit einem kühlen Getränk am Fenster bequem und beobachteten bis spät in die Nacht das rege Treiben um unseren schönen Haufen.

Da waren zum Beispiel die Studenten, die sich gezielt die IKEA-Teile nahmen: ein schwarzes Regalbrett, den LACK Tisch in weiß (bei diesen beiden war ich in weiser Voraussicht so nett gewesen und hatte das Zubehör mit freundlichem Schnurrbart-Klebeband an die Möbel geklebt, sodass niemand würde endlos suchen müssen) und den riiiesigen Lampenschirm zur Glaslampe, von der ich hier berichtete.

Oder das Paar mit Hund, das zwei urlate Stühle mitnahm, von denen der eine bereits von mir aus einem Sperrmüllhaufen gefischt worden war. In ihrem Auto fand auch noch die praktische Plastikkiste mit Rollen Platz, die ich zum Einzug von meinen Großeltern erhalten hatte.

Ein Highlight waren der Technikmann und der Fahrradmensch1.
Ersterer hatte sich komplett mit Werkzeug und Taschenlampe ausgerüstet und zerlegte fachmännisch unsere Mikrowelle.
Eine kleine Ewigkeit fachsimpelten er und Fahrradmensch 1 über Dinge, die uns leider auf ewig verschlossen bleiben werden, bevor der eine mit diversen Mirkowellenkleinteilen und der andere mit Fahrradkorb 1 und einem Mülleimer in die Nacht verschwanden.

Kurz darauf traf Fahrradmensch 2 ein.
Er nahm, was von der Mikrowelle übrig, und seiner Meinung nach noch brauchbar war, nämlich den Propeller für die Lüftung. Außerdem fanden bei ihm die Fußmatte und Fahrradkorb 2 Zuflucht.
Die Wiederverwertung der Fahrradkörbe freute mich besonders, war doch der erste ein uraltes Erbstück von J. und der zweite ein Sperrmüllfund von mir.
Ich liebe es, zu wissen, dass die unglaubliche Geschichte mancher Stücke ein weiteres Kapitel erhält.

Der Automann war sehr an technischem interessiert.
Ihn beglückte der Uraltfernseher, ein 30 Jahre alter Lautsprecher, der mich meine gesamte Kindheit über begleitet hat, der fremde klapprige Computertisch und die Glasplatte der Mikrowelle.

Nach diesem Spektakel beschlossen wir, genug für einen Tag gesehen zu haben und gingen seelig ins Bett.
Hoch erfreut erwachten wir am heutigen Morgen und eilten gespannt zum Fenster, um zu sehen, was sich über Nacht noch getan hatte.
Der Anblick war irritierend.
Wir hatten noch mehr oder minder diesen Anblick im Kopf (nur zur Erinnerung):


doch was wir jetzt sahen war das:


Der Lattenrost und einer der Mülleimer hatte einen neuen Herren gefunden aber vor allem: über Nacht hatte sich unser Haufen verdoppelt!!
Das war äußerst unerwartet und irgendwie gegen die Spielregeln. Sperrmülldingen ein neues Heim geben, das ist für mich in Ordnung, aber seinen eigenen Sperrmüll an den anderer Leute anreihen geht gar nicht, wenn man nicht fragt.
Denn: wenn Teile dieses Sperrmülls nicht mitgenommen werden, müssen wir uns damit rumärgern.
Unfair finde ich es auch für den Sperrmüllplaner. Er bittet ja vorher darum, in etwa anzugeben, was man entsorgen will, damit er die Fahrten gut planen kann und die ganze Kiste effektiv ist.
Gut, bei unserer Menge dürfte sein Wagen voll werden. ^^
Doch wenn wir die letzte Adresse sind und es passt nur noch die von uns angegebene Menge rein... was passiert dann??

Während wir uns noch mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigten, fuhr in aller Seelenruhe ein Blaumann-Mensch vor und bereicherte unseren Stapel um etliche Bretter alter Möbel, eine große Tischplatte und einen Klapptisch für den Garten (zu sehen ganz rechts im Bild).
 Dafür nahm er sich die beiden IKEA-Regalbretter, die die beiden Studenten am Abend verschmäht hatten und ein weiteres Regalbrett, das uns nicht gehörte.
Ein nicht ganz fairer Tausch, aber immerhin.

Als ich hinunter ging, um dieses Foto zu machen, bestaunte ich trotz meines Unmutes ein paar Kuriositäten. Etwa eine bis an den Rand mit alten Telefonen gefüllte Kiste (rechts im Bild neben der Teppichrolle) oder eine alte, scheinbar ausgelaufene Lavalampe.
Wer zum Teufel hat so viele Telefone???

Die vom Blaumann dazugestellte Tischplatte erfreute einen Ungesehenen, der Klapptisch für den Garten eine Dame in hellblau.

Eine Dame mit Sonnenbrille hatte ein Herz für ein fremdes Regalbrett, an dem sie fachmännisch mit dem Zollstock Maß nahm, bevor es mitdurfte. ...Ob sie den Zollstock immer dabei hat?
Weitere fremde Regalbretter gingen an ein Pärchen auf Rädern und das Innenleben von J.'s altem Drucker an einen weiteren Unbekannten.

 In neue Hände ging auch ein fremdes, vollständiges Regal, wofür ich sehr dankbar bin und einer der beiden kaputten Korbsessel. Erstaunlich, wofür Menschen sich so begeistern können.

Mittlerweile scheinen die guten Teile alle vergeben zu sein, denn der ganz große Ansturm ist vorbei.
Jetzt bete ich zum Sperrmüllgott, dass er die Sperrmüllplaner heute den großen Anhänger anspannen lässt und sie einen guten Tag haben und alles mitnehmen.
Der Sinn der Aktion bestand schließlich nicht darin, den Keller erst von unseren Dingen zu befreien, um ihn dann mit fremden wieder zu füllen... :-D
Oh, ich bin gespannt!

Wie steht es mit euren Sperrmüllerfahrungen?